Verdichtung nach Innen

Umbau, Sanierung und technische Erneuerung der Atriumhäuser in der Studentenstadt Freimann

2003_studentenwerk_ext_06_11_19_700pixel

Wie die Zeit vergeht: Gestern noch das modernste Studentendorf – heute eine Studentenstadt, die ziemlich in die Jahre gekommen ist. Geplant wurde sie bereits 1958. Die Bauarbeiten für den 1. Bauabschnitt begannen 1961. Den damaligen Wettbewerb gewann Ernst Maria Lang mit seinem Partner Sepp Pogadl. Ernst Maria Lang war neben seinen Karikaturen für die Süddeutsche Zeitung auch für seine dem Zeitgeist entsprechende, nüchterne Betonarchitektur bekannt. Zu den ersten Bauten von damals gehören die sogenannten Atriumhäuser.

Nach 48 Jahren stand eine dringende Sanierung an. Architekt Muck Petzet hat sich schon seit Beginn seiner Laufbahn mit Bauen im Bestand beschäftigt. Spätestens aber als er 2012 bei der Architekturbiennale in Venedig den deutschen Pavillon mit seinem Beitrag „Reduce – Reuse – Recycle“ gestaltet hatte, wurde dies zu seinem Label.

Insgesamt gab es vier Bauabschnitte, die von 1961 bis 1977 realisiert wurden. Damit war die Studentenstadt Freimann die größte studentische Siedlung in Deutschland. Obwohl die Atriumhäuser nicht unter Denkmalschutz stehen, erstellte Petzet mit seinem Team eine Machbarkeitsstudie, deren Prämisse es war, so viel wie möglich des ursprünglichen Charakters zu erhalten und zudem so kostensparend wie möglich vorzugehen. Ursprünglich bestanden die Fassaden der drei Häuser Willi-Graf-Straße 3, 5 und 7 aus ockerfarbenen Klinkern und dunklem Holz, die heute durch hellgrauen Welleternit-Platten als hinterlüftete Fassade ersetzt sind. Eine vollständige technische und energetische Erneuerung war dringend erforderlich.

Die grundlegendste bauliche Neuerung war die Integration der Atrien in die Häuser. Wo früher eine offene Fläche – im Prinzip ein ungenutzter Hof – die Mitte bildete, ist das Atrium nun als überdachte Fläche in das Gebäude inkludiert. Hier befinden sich im Erdgeschoss    Gemeinschaftsküchen für alle Bewohner. Diese Maßnahme sorgt zum einen für mehr Kommunikation, weil der Innenraum auch für gemeinsame Mahlzeiten und Treffen oder auch zum Feiern genutzt werden kann. Zum anderen konnte durch den in den Zimmern gewonnenen Platz jeweils ein kleines Bad eingebaut werden und insgesamt mehr Wohnfläche generiert werden. So bieten die Atriumhäuser nun Wohnraum für 74 (vorher 60) Studierende. Komplett erneuert wurde die Haustechnik, aber viele der alten Türen und die Treppen konnten erhalten werden. Kostenmäßig bleib man 30 Prozent unter der Summe, die komplette Neubauten gekostet hätten.

www.muck-petzet.com

Fotos:

Muck Petzet Architekten

(Erschienen in CUBE München 02|22)

Nothing found.

Camouflage

Ein scheinbarer Massivbau entpuppt sich als ökologisch durchdachtes Holzhaus

Housing First Düsseldorf

Obdachlose Menschen bekommen ohne Vorbedingungen ein neues Zuhause

Ein sicherer Ort zum Wohlfühlen

Nachhaltiger Kita-Neubau mit kindgerechten Sanitärräumen als integraler Bestandteil der Architektur 

Nothing found.

Lässige Oase in der Stadt

Ein Hotel am Sendlinger Tor begeistert mit biophilem Design und urbanem Lebensgefühl

PRINT_2021-09_Baden-Baden_01_15

Mit feinen Details

Eine maßgeschneiderte Küche von VOIT Schreinerei+Planung ist der Star in einer Jugendstilvilla

Leise an Lauter Stelle

Neubau eines Wohngebäudes inmitten der Münchner Altstadt

20220328125152_IMG_5401_10_700pixel

Farbe und klare Formen

Andrea Reicherzer fertigt alltagstaugliche Keramik

miunik-turo-Turm-L-Isar-01_15_700pixel

Design on Fire

Das Label miunik entwirft geometrisch ausgeklügelte Feuerschalen in flexiblen Höhen

yfood1_15_700pixel

Einfach nur cool

Ein Münchner Food-Startup erhält neue Arbeitswelten mit kreativen Besonderheiten

Vom Gewerbe- zum Wohnland

Vorbildliche neue Wohnsiedlung in Feldkirchen

Raum, Licht, Landschaft im Dialog

Ein Firmenhauptsitz in Thansau wird zur Bühne für Arbeit und Begegnung