Ein besonderer Ort

Material, Farbe und Licht entfalten die Kraft des Raumes

Die Neuapostolische Kirche Hamburg-Eppendorf wurde 1956 nach einem Entwurf des Architekten Theo Hirte fertig gestellt. Zusammen mit dem Pastorat begeistert das denkmalgeschützte Ensemble mit seiner zeittypischen Formensprache, dem hellen Klinker und dem angedeuteten Flugdach bis heute. Der asymmetrische Kirchenraum besticht durch seine auf den Altar konisch zulaufenden expressiven Längsfassaden und die weit in den Raum schwingende Empore, deren Treppenanlage mit eleganter Linienführung beeindruckt. Mit ursprünglich über 1.000 Sitzplätzen sollte das neue Gotteshaus sowohl ausreichend Platz für die stetig wachsende Gemeinde bieten als auch die Rückführung der Zweiggemeinden ermöglichen. In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Renovierungen, zuletzt Anfang der 1970er-Jahre. Spätestens seit 2002, mit Einbau der Hüfken-Orgel, ist der Kirchenraum mit seiner guten Akustik ein nicht nur von der Kirchengemeinde viel genutzter Raum für Konzerte.

Nach 65 Jahren Nutzungsdauer wurde das Bauwerk von 2021 bis 2023 im Rahmen einer umfassenden Sanierung und Modernisierung in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt vom Büro Korb an den zeitgemäßen Gemeindebetrieb angepasst. Notwendige Ein- und Umbauten wurden sensibel in die bestehende Innenarchitektur integriert, gleichzeitig eine Aufwertung bestimmter Bereiche sowie eine höhere Funktionalität erreicht und dem Brandschutz genüge getan. Nach Sanierung und Reinigung zeigen die Kirchenfenster ihre alte Brillianz.  Eine besondere Wirkung erhält der komplexe Kirchenraum aber durch die erneuerten Bodenbeläge und das zeitgemäße Lichtkonzept. Zuvor waren Gemeindesaal und Empore vollflächig mit einem grauen Nadelvlies ausgelegt. Eine Akzentuierung der Erschließungsachsen und der verschiedenen Funktionsbereiche – mit Ausnahme des Altarpodests – fehlte. Die Materialität des Altarpodests wird jetzt optisch in den Verkehrsflächen fortgeführt. Die großformatigen Fliesen aus Feinsteinzeug vermitteln farblich zwischen dem Kalkstein des Altarraums und dem neuen Kautschukbelag im Foyer, der sich wiederum auf den Kalkstein der Treppenanlage bezieht. Die Haupterschließung wird so betont, die Orientierung vereinfacht, das Durchschreiten des Kirchenraumes wird feierlicher wahrgenommen. Das neue Lichtdesign ersetzt die gruppierten opaken Kugelleuchten des Kirchenraums durch geometrisch angeordnete, gerichtet strahlende zylindrische Leuchten. Die Betonpfeiler der Längsfassaden werden wieder wie in den 1950er-Jahren in ihrer Vertikalen betont. Indirekt strahlende Leuchten komplementieren die Beleuchtung, die Raum und Architektur zur Entfaltung bringt. Mit feinem Gespür für Material, Farbe und Licht ist ein Kirchenraum mit zugleich kontemplativer und spannungsvoller Atmosphäre entstanden.

www.buerokorb.de

Fotos:
Marc-Oliver Schulz
www.moschulz.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 03|24)

 

Architektur:

Büro Korb
www.buerokorb.de

Bleiverglasung:

Glas Wilde II
www.glaswilde.de

Elektro:

Albertsen Elektro
www.albertsen-elektro.de

Heizung:

Rolf Niemann Wärmetechnik
www.niemann-waermetechnik.de

Malerarbeiten:

Malerei Hentschel
www.malerei-hentschel.de

Malerei Manufaktur
www.malereimanufaktur.de

Restaurierung:

Silligmann Restaurierung
www.silligmann-restaurierung.de

Sanitär:

Gerken Elektro Sanitär
Telefon: 04163-2408

Tischlerei (Türen):

Köster Einrichtungen
www.koester-einrichtungen.eu

Tischlerei Stelter
www.tischlerei-stelter.de

Teppichbodenfliese:

Interface
www.interface.com

Feinsteinzeugfliese:

Marazzi
www.marazzi.de

Kautschukbodenfliese:

Nora by Interface
www.nora.com

Linoleum, Nadelvliesbelag:

Forbo
www.forbo.com

Teppichboden:

Object Carpet
www.object-carpet.com

Nothing found.

Ein Ort zum Wohlfühlen

Die Umgestaltung eines Pausenhofs schützt eine alte Buche und schafft einen vielseitigen Freiraum

Flexibel, günstig, trennbar

Ein Mietgaragenpark besticht durch sein zukunftsoffenes Konzept

Innovation im Bestand

Eine Villa in Dortmund aus den 1930er-Jahren wird zum repräsentativen Unternehmenssitz

Statement für eine Bauwende

Das erste freitragende Lehmgebäude Deutschlands auf dem Campus St. Michael in Traunstein

Nothing found.

mvk050220Weinladen29_15_700pixel

Der Weinladen zeitgemäß erzählt

Ein formloser Feierabend in einem Wohnzimmer mit unfassbar großem Weinschrank

Subtil eingefügt

Subtil eingefügt

Büroneubau reagiert mit Präsenz und Dialogbereitschaft auf den Kontext der City Nord

BGL_224_4048_15_700pixel

Französisches Flair

Stein, Wasser, Pflanze – dieser Dreiklang bildet das Rückgrat des Gartens

So groß(artig) kann klein sein

Ein besonderer Ort für das persönliche Gespräch und die direkte Begegnung

11_15_700pixelseOkn7A9Caicx

Eins + eins = eins plus

Hatte der ältere Garten teilweise noch geometrisch geformte, klassische Rundungen, einen auf zwei Seiten offenen Teepavillon mit vorgelagertem…

13286_CreativeBlocks_hieplerbrunier_001_19_700pixel

Inspirierende Mischung

Die „Creative Blocks“ bieten neue Formen des Zusammenlebens und kreativen Arbeitens

Tradition und Moderne vereint

Neubau übersetzt regionale Bauweisen und Materialien in zeitgemäße Architektur