Drei Höfe – Fünf Häuser

Großer, aber dennoch feingliedriger Bürokomplex

Vom Haupteingang an der Gerichtsstraße im Wedding aus ist kaum zu ermessen, wie groß dieses Bürogebäude tatsächlich ist. Fünf Baukörper mäandern in den Hof hinein und umschließen insgesamt drei Innenhöfe. Per Direktauftrag entwarfen die Berliner Architekten Welter + Welter dieses riesige Gebäude mit einer Geschossfläche von knapp 20.000 m² und 16.000 m² Nutzfläche, das von den Bauherren „New Courts“ genannt wurde. Obwohl zeitgleich im näheren Umfeld diverse Neubauten entstanden, fiel den „New Courts“ eine große Bedeutung in der Neudefini-tion der inneren Blockstruktur und der Raumkanten zu Straße, Nachbarn und dem angrenzenden Stadtpark zu.

Das Grundstück mit einer Größe von 6.100 m² gehörte früher als Parkplatz zur benachbarten Post. Als ein Bedarf in dieser Größe nicht mehr – beziehungsweise nur noch eingeschränkt – nötig war, wurde die Fläche als Baugrund nutzbar. Die schräg und im rechten Winkel zueinander angeordneten fünf unterschiedlich hohen Baukörper lockern das Ensemble optisch auf. Eine durchgehende, filigrane Vollglasfassade lässt die enorme Baumasse elegant und leicht erscheinen. Eine doppelgeschossige Sockelzone bildet sozusagen das Fundament des Komplexes. Schlanke Sichtbetonpfeiler und -balken, denen man nicht zutraut, dass sie ein solches Volumen tragen können, bilden eine tischartige Basis, auf der die Büros ruhen. Hier sind Lobbys, Veranstaltungsräume und ein Pressezentrum untergebracht, in den darüberliegenden Geschossen befinden sich die Büroräume auf 3, 4 oder 5 Ebenen. Die einzelnen Bauteile reagieren in Höhe und Tiefe auf den jeweiligen Kontext. Die Innenhöfe bieten Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden.

Das Projekt wurde mit dem Nachhaltigkeitssiegel DGNB in Gold ausgezeichnet. Bei der Planung lag der Fokus auf maximaler Flexibilität in der Nutzung sowie technischer Nachrüstbarkeit. Die vorgefertigten Fensterelemente sind auffällig geteilt und haben in der Mitte ein semitransparentes Brüstungsfeld mit einem silbrig schimmernden, zwischen den Glasscheiben eingelassenen Sonnenschutz, der vor Blicken von außen schützt – während man umgekehrt von innen nach außen sehen kann. Diese hellen Alubänder zonieren die Fassade. Ursprünglich war man von einer Vermietung an unterschiedliche Mieter ausgegangen. Daher waren großzügige, offene Flächen für Büronutzer mit unterschiedlichen Anforderungen an die Räume geplant. Während der Bauzeit (von 2019–2023) fand sich jedoch ein einheitlicher Mieter für das gesamte Gebäude: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bezog die Räume, wünschte sich aber eine Mischung aus Zellenbüros und offenen Büroflächen, die gemeinsam mit den Architekten entwickelt wurden.

www.welterwelter.com

Fotos:
Simon Schnepp
www.simonschnepp.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|25)

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