Geglückte Gratwanderung

Ein Bunker wird zum zukunftsfähigen Wohnhaus

02_32748_Frieda-Ottensen_aussen_0265_25_700pixel

Es gibt noch immer mehrere Hundert Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg. Mitten in Ottensen steht der 1942 errichtete, siebengeschossige Hochbunker im gemischt gewerblich genutzten Innenhof einer Blockrandbebauung mit gründerzeitlichen Wohnhäusern entlang der Friedensallee. Ein Abriss war schon wegen der Lage keine Option. Ziel des Architekten Björn Liese war, ein funktionales, flexibles und energieeffizientes Wohngebäude zu entwickeln und dabei den besonderen Gebäudecharakter zu erhalten. Aufgrund der beengten Verhältnisse – der Bunker ist nur über eine schmale Durchfahrt zwischen zwei Gründerzeithäusern zu erreichen – und einer nicht gesicherten Erschließung des Grundstücks war das Bauvorhaben mit seinen schweren Abbruch- und Umbauarbeiten nur in enger Abstimmung mit den Anrainern möglich.

Zuerst wurden in die meterdicken, massiven Außenwände des Bunkers vertikale Fensterbänder eingeschnitten und das Gebäude vollständig entkernt. Anschließend wurde die neue Gebäudestruktur implantiert und die Bestandsaußenwände mit einer neuen Gebäudehülle energetisch ertüchtigt. Das historische Bauwerk bleibt dennoch durch die stets präsenten Außenwände aus rohem Beton erlebbar. Insbesondere im Inneren sind der Bestand, die Spuren der Umwandlung und die Schnittstellen zwischen Alt und Neu weiterhin sichtbar.
In den Erschließungsbereichen und zum großen Teil auch in den Wohnungen wurden sowohl alte als auch neue Betonwände und -decken materialsichtig belassen bzw. ausgeführt. Von den sieben Vollgeschossen sind fünf als Wohnebenen als Zwei- bis Vierspänner konzipiert. Insgesamt 15 Eigentumswohnungen bieten Wohnflächen von 44 bis 127 m². Die Grundrisse erlauben unterschiedliche Raumkonfigurationen und organisieren sich dabei um innenliegende Kernzonen. Einzelne Wohneinheiten lassen sich flexibel teilen oder zusammenschließen. Einen weiten Blick über die Stadt können alle Bewohner von der 220 m² großen Terrasse mit Gemeinschaftsgarten genießen.

Das Gebäudetechniksystem arbeitet komplett CO₂-neutral. Der Wärmebedarf des nach EnEV 2014 ausgelegten Gebäudes wird von einer mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpe gedeckt. Ein Solar-Eisspeicher dient als saisonaler Energiespeicher für den Betrieb der Wärmepumpe und sorgt auch für die sommerliche Kühlung des Gebäudes. Die Energieeffizienz wird über die Wärmerückgewinnung aus der Wohnungsabluft zusätzlich verbessert.

www.bjoernliese.de

Fotos:

Roland Borgmann
www.rolandborgmann.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|20)

Nothing found.

Bewahrt durch Wandel

Sanierung als Statement moderner Wohnkultur: lichtdurchflutet, offen, elegant

Ehrlich und transparent

Die IHK Düsseldorf hat ihre Konferenzetagen erneuert und flexibler gestaltet

Zwischen Tradition und Moderne

Im Parketthaus in Eppendorf begegnen sich Geschichte und Gegenwart

Dichte und Distanz

Zwei Mehrfamilienhäuser „tarnen“ sich als Einfamilienhäsuer

Nothing found.

DeWinder_Carlsen_3_hoch-aufgeloest_15_700pixel

Neues Arbeiten in alten Hallen

Von industrieller Nutzung zur Bürolandschaft für den Carlsen Verlag

Gleisners-Park-33_15_700pixel

Nordisch klar

Ein Einfamilienhaus inszeniert die Ausblicke in die umgebende Natur

Eckerkoppel-fassade-1_15_700pixel

Grundschule neu gedacht

Das „Hamburger Klassenhaus“ ist modular, flexibel und nachhaltig

Licht und Transparenz

Auf elf Etagen entstand eine neue Office-Welt

nitz-porzellan_budvases_15_700pixel

Sinnliche Haptik

Sandra Nitz fertigt besonderes Porzellan für den täglichen Gebrauch

DFZ-UniHH-Hauptfoyer_15_700pixel

100 Jahre jung

Die denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Universitäts-Hauptgebäudes

Wieder gerne ins Büro!

Über die Transformation einer blau-braunen Bürowelt in einen modernen Arbeitsort

IMG_8391-3_15_700pixel

Funktion und Form

Dieser besondere Stuhl ist wandelbar und maßgeschneidert