Naturnah repräsentativ

Das Neven-DuMont-Haus in Niehl begrüßt seine Besucher:innen mit einer blühenden Hügellandschaft

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Seit seiner Eröffnung im Jahr 1998 gilt das Verlagshaus in der Amsterdamer Straße als ein Wahrzeichen des Stadtteils Niehl. Vor der 150 Meter langen, konkav gekrümmten und vollständig transparenten Lärmschutzwand, die sich zur stark befahrenen Straße hin orientiert, musste die repräsentative Vorgartenfläche neugestaltet werden. Das nach Vorentwurfsstudien beauftragte Büro für Landschaftsarchitektur Berkey aus Wermelskirchen entwickelte in großem Maßstab eine sanfte Hügellandschaft, die in ihrer Bepflanzung nicht nur blühende Farb- und Duftreize aussendet, sondern auch zahlreiche Ökofunktionen übernimmt.

Ausgangspunkt der Planung waren irreparable Schäden an den zur Straßenfront vorgelagerten Parterrebeeten mit Blöcken aus geschnittenem Buchsbaum: Das zerstörerische Werk des Buchsbaumzünslers war dort bereits weit fortgeschritten. Berkey Landschaftsarchitekten schlugen in einer Vorentwurfsstudie für die beiden repräsentativen Flächen, seitlich des breiten Platzes vor dem Haupteingang, drei Konzepte für eine Neugestaltung der 900 m2 großen Grünfläche vor. Zur Ausführung kam eine Entwurfsvariante, die nach dem Rückbau der früheren Strukturen eine weiche Hügellandschaft vorsah: Die insgesamt 14 aufgeschütteten Erdhügel sind zwischen 10 und 60 m² groß und variieren in der Höhe zwischen 0,50 bis 1,40 Meter. Mit ihrer nach außen gewölbten Morphologie antworten sie auf die gekrümmte Lärmschutzwand und verzahnen Gebäude und Außenraum miteinander. Zugleich sorgen sie dafür, dass die künftige Bepflanzung darauf mehr Substrat zur Verfügung hat – mit einer besseren Durchwurzelung und Wasserverfügbarkeit. Bei der Bepflanzung der Hügel wurde eine zeitlose und naturnahe Variante mit rund 20 niedrig wachsenden Solitärbäumen, 6.500 Kleingehölzen, Stauden, Gräsern und über 26.000 Blumenzwiebeln favorisiert. Diese gibt der Anlage nicht nur während der Blütezeiten, sondern auch in der Zeit der winterlichen Vegetationsruhe Ordnung und architektonische Gestaltung. Die Fläche wurde dabei so bepflanzt, dass durch rhythmische Wiederholungen ein dem Standort angemessenes ruhiges Gesamtbild entsteht. Solitäre Leitpflanzen sind dabei Feuerahorn und Weidenblättrige Birne. Sie zeichnen sich sowohl durch ihre Winterhärte, als auch ihre besonders intensiven Laubfärbungen und ungewöhnliche Stammtexturen aus. Kombiniert werden sie mit Unterpflanzungen aus einer ausgeklügelten Mischstaudenbepflanzung für hitzebelastete Standorte – sei es Gelber oder Purpursonnenhut, Kerzenknöterich oder Kugeldistel. Als Gräser gesellen sich dazu: Garten-Reitgras, Lampenputzergras und Rasen-Schmiele. Die Mischbepflanzung, die über eine künstliche Bewässerungsanlage zeitweise zusätzlich versorgt werden kann, sieht dabei nicht nur optisch gut aus und wertet Gebäudebild sowie Umfeld weiter positiv auf. Sie schafft auch Lebens- und Nahrungsräume für Insekten, verbessert Erosionsschutz, Oberflächenversickerung und Feinstaubbindung. Letztlich ist es also das ganze urbane Mikroklima, das so eine Optimierung erfährt.

www.berkey.eu

Fotos:

Sven Berkey

(Erschienen in CUBE Köln 03|23)

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