Zu eigen machen

Innenraumgestaltung einer Landhausvilla

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Es war eine nicht alltägliche Aufgabe für Architektin Isabel Droste zu Senden, das Interieur für eine Landhausvilla aus den 1920er-Jahren zu gestalten. Die neuen Besitzer wünschten sich etwas Gediegenes, etwas das zum Stil des Hauses passt, aber dennoch zeitgemäß ist. Vor allem der Eingangsbereich, die Küche und das Masterbad sollten einen heutigen „Look“ erhalten und ihr altes Gewand abwerfen. Die Architektin ist ausgebildete Farbdesignerin und kooperiert mit der Schweizer Farbmanufakutr kt.Color. Im Zentrum ihrer Arbeit steht in enger Zusammenarbeit mit Lichtplanern, die Entwicklung von individuell auf jede Raumsituation abgestimmten Farbkonzepten. Das Konzept in diesem Projekt führt durch die neu gestalteten Räume, beginnend mit der Eingangssituation und dem Entree. Gemeinsam mit dem Tischler Sebastian Riessbeck aus Potsdam wurde die Umsetzung erarbeitet, wobei besonderer Wert auf die Beschaffenheit der verwendeten Materialien, deren Haptik und handwerkliche Verarbeitung gelegt wurde.

Zunächst ging es darum, Ablagemöglichkeiten im Flur abzuschaffen, weil sie leicht dazu verführen, beim nach Hause kommen, alles von sich zu werfen. „Nester“ dieser Art sind verschwunden. Stattdessen wurde der Raum so gestaltet, dass er als Visitenkarte der Bewohner gelesen werden kann. Ein Stauraumwunder ist der Schrank, der exakt in die Nische eingepasst wurde, und die dazugehörige Sitzbank, die sich ebenfalls als versteckte Truhe entlarvt, wenn man die Sitzfläche anhebt. Dieser Bereich ist in verschiedenen Grautönen gehalten, von Anthrazit für die Linoleumoberflächen des Schrankes bis zu einem hellen Grau der Wände und Decken. Wie für Landhäuser typisch, ist die Küche der zentrale Ort des Zusammentreffens im Erdgeschoss. Mit einer groß angelegten Terrasse ist sie im Außenbereich mit dem Garten verbunden. Schwarzweiße Bodenfliesen mit floralem Muster schaffen eine fröhliche Atmosphäre und passen zur Bauzeit des Gebäudes. Küchenmöbel und Kochzeile sind in Gestalt einer Halbinsel angeordnet, was eine kommunikative Situation schafft. Die Fronten der Möbel sind mit einem smarten, matten Oberflächenmaterial belegt. Die Griffmulden wurden herausgefräst und mit Nussbaumholz ausgekleidet. Das Weiß der Kochstrecke kontrastiert die Hochschränke in dezentem Dunkelgrau und der Geräteblock dazwischen kontert in Schwarz. Im Obergeschoss verwandelte sich ein Mansardenzimmer in ein großzügiges Masterbad, indem die alten Balken des Dachstuhls freigelegt wurden. Hier hat nun eine große, offene, begehbare Dusche mit Blick auf den Garten Platz. In einer Nische daneben befindet sich die Toilette. Gegenüber fertigte der Tischler einen hängenden Waschtisch für zwei Becken mit einem beleuchteten Spiegelschrank darüber an. Eine Sitzbank aus Eiche mit aufklappbarem Deckel lädt zum Verweilen und Ausruhen ein. Das tiefdunkle Nachtblau einer Wand sorgt optisch für Tiefe, vor allem im Kontrast zu den Wand- und Bodenfliesen in erdigen, natürlichen Tönen im restlichen Raum.

www.architektur-interior.berlin

Fotos:

Babett Köhler
b-koe.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|21)

Innenarchitekten:

architektur + interior berlin
www.architektur-interior.berlin

Tischlerarbeiten:

Sebastian Riessbeck
www.riessbeck-moebel.de

Malerarbeiten:

Herbert Straube & Sohn

Malermeister

www.feines-malerhandwerk.de

Farbmaterial:

kt.Color, die farbmanufaktur
www.ktcolor.ch

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