Schöner Dominoeffekt
Aus eher kleinen Umgestaltungsplänen wurde eine vollständige Neugestaltung
Ursprünglich sollten nur der Eingangs-, Wohn- und Essbereich des Penthouses neu gestaltet werden. Schnell wurde jedoch deutlich, dass auch die Umgestaltung der beiden Bäder und der Ankleide unmittelbar erfolgen sollte, die erst in einem zweiten Schritt angedacht war. Aus einer vermeintlich kleinen Baustelle wurde so eine große, zumal, einmal begonnen, zusätzlich auch ein neuer Parkettboden, neue Zimmertüren und ein neues Lichtkonzept im Penthouse Einzug hielten. Dabei war es den Bauherren wichtig, behagliche neue Räume zu schaffen, wobei vor allem im Masterbad ein Hotelambiente angestrebt wurde, das an den vergangenen Urlaub anknüpft und über eine Standard-Badkabine hinausgeht.
Um diese Vision zu realisieren, wurde das Büro Kjubik Innenarchitektur an Bord geholt. Die größte Herausforderung bestand ganz klar in der Einhaltung des zeitlichen Rahmens. „Es galt, das gesamte Objekt so zu planen und alle Gewerke entsprechend vorzubereiten, dass die Eigentümer lediglich drei Monate lang eine andere Unterkunft beziehen mussten“, so Inhaberin Katja Schuster. Dem vorübergehenden Auszug ging eine längere Planungsphase voraus, die von einer engen Zusammenarbeit mit beiden Bauherren geprägt war. Mit dem Ziel, die persönlichen Präferenzen auszuloten, entstand eine ganze Reihe unterschiedlicher Entwürfe, die schließlich vor allem im Badbereich zu einer Neuaufteilung führte. Diese wurde möglich, nachdem beide Bäder entkernt und der Hauswirtschaftsraum verkleinert wurde. Das Ergebnis sind zwei Räume, stilistisch ähnlich, jedoch unterschiedlich ausgestattet. Der Entwurf zeichnet sich durch Detailverliebtheit aus – ebenso wie durch den Anspruch, die gegebene Kulisse des Penthouses so anzunehmen, wie sie ist. So wurden etwa die anfangs wenig geschätzten Teakholz-Fenster in den Gesamtkontext einbezogen, wodurch zum Beispiel im Masterbad die Fensterlamellen und der Waschtischunterschrank farblich den Bestandsfenstern angepasst wurden. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Tischlereinbauten. Im Wohnbereich besticht beispielsweise eine raumhohe Konstruktion, bei der vertikal angeordnete Glaslamellen stilvoll den Fernseher verbergen. Der Einbau raumhoher Elemente setzt sich im Entree fort, wodurch ein großzügiger Schuhschrank sowie Garderobe und Gästegarderobe untergebracht werden konnten – dank Fronten in Wandfarbe nehmen sich diese optisch zurück und fügen sich harmonisch ins Gesamtbild des neu gestalteten Penthouses ein.
Fotos:
Mawi-Production
www.mawi-production.com
(Erschienen in CUBE Berlin 02|26)