Fürs 21. Jahrhundert ertüchtigt

Umfassende Modernisierung, Instandsetzung und Erweiterung einer „Oberschule“

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Das Robert-Koch-Gymnasium (erbaut 1875/76) in der Dieffenbachstraße ist eine von 120 Schulen und Städtischen Gebäuden, die vom Architekten und Stadtbaurat Hermann Blankenstein (1829-1910) im Laufe seiner beruflichen Laufbahn entworfen wurden. Bis heute sind die Schulen natürlich alle zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Das Berliner Büro der bundesweit agierenden Architekten SSP, „SSP Rüthnick“, hat das Aufgabenpaket übernommen. Die Maßnahme dauerte von 2017 bis 2021 und umfasste eine Optimierung der Grundrissstruktur, die Neuausstattung aller naturwissenschaftlichen Räume, die denkmalgerechte Sanierung der Dachflächen, Erneuerung aller technischen Anlagen und Ertüchtigung des Brandschutzes. Ferner wurden eine Barrierefreiheit hergestellt sowie ein neues zeitgemäßes Innenraumkonzept realisiert. Eine der wesentlichsten Aufgaben war ein neuer Brandschutz.

Im Rahmen des Möglichen wurde alles auf eine zukunftsweisende Schulpädagogik hin entwickelt. Das ermöglicht, die breiten Flurzonen zu möblieren und somit die bisherigen Nutzflächen zu Lern- und Arbeitszwecken zu erweitern. Auf der Hofseite ist ein dreigeschossiger, aufgeständerter Erweiterungsbau entstanden, welcher vom historischen Gebäude abgerückt ist und mit offenen gelb gestrichenen Stegen mit diesem verbunden wird. Die Form des Anbaus ist schwer zu beschreiben – eine gerade Fläche zeigt zum Schulhof hin. Zum Altbau hin hat es einen spitzen Winkel. Der Baukörper ist mit einer Holzfassade bekleidet. Er beherbergt Sonderräume sowie den zur Erschließung des Bestandsgebäudes erforderlichen Aufzug. Plastizität erhält der Baukörper durch außen liegende bewegliche Schiebeelemente, die vor der Fassadenbekleidung verlaufen. Die manuell zu bewegenden Holzelemente dienen sowohl als Blendschutz als auch als Sonnenschutz. Zur Zeit ihrer Entstehung hieß die Schule „Doppelschule am Urban“, also eine Schule für Mädchen und Jungen – in getrennten Klassen wohlgemerkt.

Das ist heute natürlich nicht mehr so. Ausserdem steht das historische Gebäude inzwischen unter Denkmalschutz. Die Maßnahmen zur Barrierefreiheit waren recht aufwändig. Einen Teil dazu leistet der Aufzug im Anbau und die Verbindungsbrücken, die mit ihrer gelben Farbe optisch zur Auflockerung beitragen. Die Farbakzente setzen sich auch im Innern fort. Die Baumaßnahmen wurden im leeren Zustand des Gebäudes durchgeführt. Als temporäre Ausweichunterkunft wurde eine Containeranlage geplant, die ebenfalls Bestandteil der Baumaßnahme war. 

www.ssp.ag

(Erschienen in CUBE Berlin 01|23)

 

 

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