Haus im Aluminiumkleid

Eine preisgekrönte Fassade ist der Eyecatcher des Mehrfamilienhauses am Weiherweg

_LRR4027-Bearbeitet

Der Standort „am Weiherweg’“ wurde gleichzeitig der Name des Projekts. Er ist leicht irreführend, suggeriert er doch Ruhe, Idylle und ländliche Beschaulichkeit. Leider kann realiter davon keine Rede sein. Das Mehrfamilienhaus in Dachau steht direkt an einer befahrenen Durchgangsstraße am Ortsende der Stadt. So kam es wohl zu der Idee des beauftragten Büros lynx architecture aus München, das Haus mit einer schallverringernden Hülle zu umgeben, die sich selbst über das Dach erstreckt. Straßenseitig bietet sich dem Blick des Betrachtenden ein komplett geschlossener, scheunenartiger Baukörper. Nur nachts, wenn die Innenbeleuchtung an ist, werden Silhouetten der Flure und Eingangstüren sichtbar. Von Westen kommend, bietet sich auf der Schmalseite ein ganz anderes Bild: Das Dach ist in zwei spitze Giebel gefaltet und es deutet sich schon eine Öffnung des Gebäudes im Süden an. Sechs Parteien à zwei Personen haben in dem dreigeschossigen Haus eine Wohnung mit einer durchschnittlichen Größe von 65 m² gefunden. Bei der auf drei Seiten angebrachten Fassadenverkleidung handelt es sich nicht um eine Holzlattung, wie man zunächst vermuten würde, sondern um speziell gefaltete und gelochte Aluminiumbleche. Sie umhüllen das Gebäude wie ein Schutzschild. Selbst der flache Fahrradabstellbereich, der östlich an das Gebäude andockt, ist mit derselben Umhüllung eingefasst. Das dreigeschossige Wohngebäude ist in Stahlbetonbauweise errichtet. Von einem Laubengang aus werden die Wohnungen erschlossen. Sie entwickeln sich gen Süden, wo raumhohe Fenster, Balkone und Terrassen zum kleinen Garten hin gelegen sind. Sogar eine Tiefgarage mit sechs Stellplätzen konnte auf dem etwa 800 m² großen Grundstück untergebracht werden. Die Dachneigung beträgt 45 Grad. Durch die Besonderheit des höhenversetzten Doppelgiebels ergeben sich sozusagen verdoppelte Dachflächen. In diese sind die Fenster eingesetzt sind, die die verhältnismäßig große Tiefe des Baukörpers in eine ausgewogene Proportion bringen.

Last not least sei noch die Spenglerei Engel erwähnt, die es geschafft hat, die vorhangartige Hülle anzufertigen. 6.500 Kilogramm Aluminiumblech wurden verbaut. Das bronzefarbene Blech kam „von der Rolle“, wurde gelocht, mehrfach in verschiedenen Winkeln gefalzt sowie vor Ort angepasst und verschraubt. Neun Monate arbeitete die Firma an diesem Auftrag – vermutlich eine der ungewöhnlichsten Aufgaben, die Matthias Engel und sein Team je zu bewältigen hatten.

www.lynx-a.com

 

Fotos:

Lothar Reichel
www.lotharreichel.com
Croce & WIR
croce.at

(Erschienen in CUBE München 04|23)

Nothing found.

Solitär in bester Nachbarschaft

Ein Mehrfamilienhaus passt sich in ein international bedeutendes Bauensemble ein

Neues Zentrum für die Stadt

Hans-Scholl-Halle – neu gestaltetes Gemeinschaftszentrum der Studentenstadt Freimann

Camouflage

Ein scheinbarer Massivbau entpuppt sich als ökologisch durchdachtes Holzhaus

Housing First Düsseldorf

Obdachlose Menschen bekommen ohne Vorbedingungen ein neues Zuhause

Nothing found.

Mit Urlaubs-Feeling

Ein Münchner Büro wird durch ein besonderes Interior Konzept zum Sehnsuchtsort

251_DJI_0928_75_230301_15_700pixel

Kleine Himmelsleiter

Dreiteiliges Bürogebäude mit Hochhaus am Heimeranplatz

Fine Dining am Airport

Ein neues Restaurant im Terminal 2 bietet ein besonderes Gastro-Erlebnis

Bestens verschattet

Ein Einfamilienhaus erhält besondere Fenster und passende Sonnenschutzlösungen

MD_SchwabingerTor_084_A4_15_700pixel

Das Tor zum Schwabinger Tor

Die Wiederkehr des Chicagoer Ur-Hochhauses in heutiger Interpretation

1_smartvoll_Mini_Apartment_Wohnraum_-C-sara_sera_15_700pixel

Wohnen im Moment

Wo der Raum sich durch seine Nutzung definiert

Me-nage-a-trois-Titelbild_19_700pixel

Ménage à trois

Aus eins mach drei: Ein Bauernhof wird zum dreifachen Wohnhaus

Bücher.Licht.Leben

Ein Neubau für eine Familie im Münchner Westen wird zur wohnlichen Bühne