Geschützter Raum

Die hügelige Landschaft Rheinhessens fließt durch eine kleine Kapelle hindurch

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Inmitten von Reben und sanften Hügeln der rheinhessischen Landschaft findet sich eine kleine Kapelle. Das Besondere an diesem so idyllisch gelegenen Bauwerk: Seine dreieckige Zeltform in Holz-Glas-Konstruktion symbolisiert zwar das Zelt Gottes und die Dreifaltigkeit. Durch ihre besondere Lage, Ausrichtung und Offenheit für die umgebende Landschaft bietet die Kapelle sowohl einen geschützten Raum zur Selbsterfahrung, als auch einen Ort der Ruhe oder des Gebets. Damit schafft sie einen christlich orientierten Raum, der jedoch auch entkoppelt von der Institution Kirche erfahren werden kann.

Zunächst galt es, in der weitläufigen Landschaft die richtige Größe und Proportion zu finden. Dafür hat das Wiesbadener Architekturbüro Kissler Effgen + Partner Architekten zunächst die Umrisse des Baus auf dem Grundstück mit einem Gerüst als Dachlatten simuliert und im Zuge dessen auch die endgültige Lage und Ausrichtung festgelegt. Die an einer Bergkuppe gelegene Kapelle ist Wind und Regen extrem ausgesetzt. Daher haben die Architekten die ungeschützten Giebelsteine als Glasfassaden geplant, da sie ebenfalls sehr von der Witterung betroffen sind. Bei gutem Wetter schenkt die Kapelle so nicht nur einen Ausblick bis zum Feldberg und der Frankfurter Skyline, sondern durch die gläsernen Giebelflächen und zusätzliche Glasstreifen in den Seitenwänden scheint die Landschaft durch die Kapelle hindurchzufließen. Die Grundordnung besteht aus fünf gleichseitigen Dreiecken, deren Kantenlänge von 5,50 Meter am hangseitigen Zugang bis zu 9 Meter an der talseitigen Hauptfassade kontinuierlich zunimmt. Glasfugen zwischen den Dreiecken gliedern den etwa 11 Meter langen Baukörper. Daraus bildet sich auf einem trapezförmigen Grundriss der Innenraum, der abgetreppt der Topografie des Hanges folgt. Sitzgelegenheiten bieten Platz für etwa 15 bis 20 Besucher:innen und laden ein, aus der alltäglichen Wahrnehmung herauszutreten und diesen Raum auf sich wirken zu lassen. Die liturgische Grundausstattung, bestehend aus Altar und (mobilem) Ambo, zeigt die christliche Grundausrichtung und ermöglicht kleinere Gottesdienste und Andachten.

Die Beleuchtung des Innenraumes bezieht ihre Energie über ein Photovoltaik-Modul, das den Blicken der Besucher:innen entzogen und seitlich auf dem Grundstück angeordnet ist. Die Glasstreifen zwischen den geschlossenen Dreiecken und die Hauptfassade werden von innen angestrahlt und geben der Kapelle ein weithin sichtbares und einprägsames Nachtgesicht (Planung der Anlage und Lichtkonzept: Ingenieurbüro EPL aus Wiesbaden). Die Kapelle ist eine Stiftung des kürzlich verstorbenen Zornheimer Ehrenbürgers Peter Eckes und seiner Frau Ruth Eckes. Da der Bauherr eine Kapelle aus der Region für die Region wünschte, fiel die Wahl unter anderem auf folgende Materialien: Der Altar und die Stufenanlagen bestehen aus Flonheimer Sandstein und die Sockelverkleidung aus Zornheimer Kalkstein.

www.kissler-effgen.de

Fotos:

Carsten Costard
www.costard.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|23)

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