Gelungene Transformation

Eine denkmalgeschützte Industriehalle wird zur Erlebniswelt für automobile Faszination

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Auf dem Areal des ehemaligen Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn in Freimann wurden bis in die frühen 1990er-Jahre riesige Lokomotiven repariert und gewartet – entsprechend groß sind die Ausmaße dieser unter Denkmalschutz stehenden Industriehalle mit ihrer prägnanten Fenster- und Backsteinfassade im neoklassischen Stil: 185 m lang, 90 m breit und imposante 18 m hoch. Seit September 2021 hat sie nach über 25-jährigem Dornröschenschlaf endlich ihre neue Bestimmung gefunden: Als Motorworld München ist das komplett revitalisierte Bauwerk eine automobile Erlebniswelt in neuer Dimension.

Fast meint man, in dem alten Industrierelikt noch das Hämmern und Schweißen der früheren Arbeiter zu hören, so viel Ursprünglichkeit ist noch von der alten Substanz vorhanden – etwa die gigantischen Stahlträger oder die alten Kranbahnen und ihre monströsen Haken, an denen die einzelnen Loks hingen. Zentraler Blickfang in dem gigantischen Industrierelikt, dem die Münchner Kupferschmidt Architekten neues Leben eingehaucht haben, sind insgesamt 120 auf vier Ebenen in der Hallenmitte übereinandergestapelten Glasboxen. Hier können Oldtimer- und Sportwagenbesitzer ihre automobilen Schätze unterbringen. Weitere automobile Schönheiten gibt es überall in der revitalisierten Halle bei freiem Eintritt zu bestaunen: Von der Nobelkarosse bis zum Supersportwagen ist alles vertreten, denn die Motorworld bietet neben dem Handel mit Luxusautomobilen, Sportwagen, Oldtimern, Bikes und E-Mobility auch Fahrzeugaufbereitungs-, Pflege- und Wartungsservices. Besondere Highlights sind unter anderem Paul Walkers blauer Nissan Skyline GT-R aus „The Fast and the Furious“ oder ein Rolls Royce der Box-Legende Muhammad Ali. Zudem gibt es zahlreiche Restaurants vom Italiener bis zum Motorworld Inn, das im Stil nostalgischer Werkstätten ausgestattet wurde – mit Sitzgruppen unter der Hebebühne oder einem upside down an der Decke montierten Buick Cabrio sowie Shops und sogar eine eigene Kaffeerösterei. Wer gerne für längere Zeit „Benzinluft schnuppern“ möchte, kann sich im Vier-Sterne-Hotel Ameron München Motorworld einmieten: Das zweigeschossige Gebäude mit seiner hochglanz-verspiegelten, künstlerisch gestalteten Fassade ist als Haus-in-Haus-Lösung in die Lokhalle integriert, von einigen Zimmern genauso wie vom Vitality Spa aus ist auch der Blick auf das automobile Geschehen in der alten Lokhalle möglich. Die insgesamt 156 Designzimmer präsentieren sich als Hommage an die Welt des Motorsports und mit außergewöhnlich gestylten und puristischen Vola-Armaturen ausgestatteten Bädern. In den drei „Car & Bike Studios“ des Hotels können Gäste sogar ihr Auto oder Motorrad direkt im eigenen Zimmer parken und diese durch eine großflächige Glasscheibe immer im Blick haben.

www.vola.de
www.kupferschmidt.de
www.motorworld.de

Fotos:

Wolfgang Pulfer

(Erschienen in CUBE München 01|22)

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