Barrierefrei und schön

An der modernisierten U1-Haltstelle Jungfernstieg steigt man gerne ein und aus

A-UBJUNG-04-JS-01-09-20-0405_19_700pixel

Die Station Jungfernstieg wurde nach technisch aufwendigem Bau 1934 als erste unter Wasser gelegene Station Deutschlands eröffnet und verfügte auch als eines der ersten öffentlichen Bauwerke des Landes über eine Rolltreppe. Die Linie U1 verband die Bahnhöfe Kellinghusenstraße und Jungfernstieg, die Verbindung zur Ringlinie, der heutigen U3, wurde erst 1958 über eine unterirdische Verbindung zur Haltestelle Rathaus geschaffen. Aktuell zählt der zur Hamburger Hochbahn gehörende Bahnhof Jungfernstieg zu einem der wichtigsten Knotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt und wird täglich von über 100.000 Fahrgästen genutzt. Der unterirdische Bahnhofskomplex umfasst mittlerweile auf drei Ebenen vier Bahnsteige für die U1, U2, U4 und die Linien S1, S2 sowie S3 der S-Bahn.

Im Rahmen des vom Senat geförderten Projekts „Barriefreier Ausbau“ wurden WRS Architekten und Stadtplaner BDA mit der Umsetzung der Barrierefreiheit und gleichzeitiger Modernisierung des U1-Bahnsteigs beauftragt. Das gestalterische Konzept sieht eine „Befreiung“ des Bahnsteigs von zu vielen Einbauten vor und schafft somit mehr Raum und Ruhe. Eine filigrane und zurückhaltende Glaskonstruktion auf Straßenniveau des Jungfernstieg markiert den Zugang zum Aufzug, der die Fahrgäste zur Schalterhalle C und zum Bahnsteig bringt. Der dort teilerhöhte Bahnsteig gewährleistet einen niveaugleichen und damit barrierefreien Ein- und Ausstieg zur U-Bahn, das taktile Leitsystems führt auch sehbehinderte und blinde Menschen sicher zum Ziel.

Dort wo bislang für die 1970er Jahre typische, poppig orangefarbene Fliesen den Bahnsteig prägten, ist jetzt die Gestaltung reduziert und hell: Unkaschierte Materialien, klare Formen und hohe Kontraste. Durch den Einsatz von Spiegelflächen, klarem Glas und schwarzen Wänden nimmt sich die Architektur zurück und löst sich optisch fast auf. Ein geschickter Schachzug, denn die Haltestelle war bauzeitlich bedingt niedrig und eng, durch die jetzige Bahnsteigerhöhung gehen nochmal 20 cm Höhe verloren. Die mattschwarzen Wände entgrenzen optisch die räumliche Wahrnehmung, der starke Hell-Dunkel Kontrast weitet den Blick. Die Decke aus gewellten, polierten Edelstahlplatten hebt den Raum optisch an, lässt ihn größer wirken. Außerdem führt sie den Fahrgast unmerklich durch das Gewirr der Ebenen zum U1 Bahnsteig und weckt Assoziationen zur glitzernden Wasseroberfläche der darüber liegenden Alster. Die Gestaltung spielt damit, räumliche Grenzen scheinbar aufzulösen oder zu verfremden – und wird zum wieder erkennbaren Merkmal der U1-Haltestelle Jungfernstieg.

www.wirsind.net

Fotos:

Juergen-Schmidt-Fotografie.de
www.juergen-schmidt-fotografie.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|22)

Nothing found.

Ein modernes Landhaus

Das maßgeschneiderte Zuhause einer Familie vereint Design und Behaglichkeit

Drei in Einem

Drei in Einem

Neuer Showroom bringt Marke, Mensch und Material in Einklang

Modern und zukunftsfähig

Ein Mehrfamilienhaus in Duisburg setzt neue Maßstäbe für selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Familien im Fokus

Familien im Fokus

Ein Neubau erfüllt die Anforderungen an Kurzzeitwohnen für Kinder mit Hilfebedarf

Nothing found.

TRILUX_CSSB_4_15_700pixel

Funktion und Ästhetik

Maßgeschneiderte Lichtlösungen für interdisziplinäre Forschung in außergewöhnlicher Architektur

Subtil eingefügt

Subtil eingefügt

Büroneubau reagiert mit Präsenz und Dialogbereitschaft auf den Kontext der City Nord

Wieder gerne ins Büro!

Über die Transformation einer blau-braunen Bürowelt in einen modernen Arbeitsort

Atelier Loidl

Der Kirchenpauerkai an der Elbe bietet Spiel, Sport, Geselligkeit und Erholung

Mehr als nur neue Wände

Umbau und Sanierung spiegeln den Wandel der Arbeitswelt und der Unternehmenskultur wider

Kompaktes Raumwunder

Auch auf wenig Fläche kann Raum von großer Qualität entstehen

Unter Fischen speisen

Perfekte Kulisse für Genuss in einem neuen Restaurant in der HafenCity

Welche Farbe hat das Wasser?

Balance zwischen Abwechslung und Wiederholung in der Jenfelder Au