Bewahrend & Beschützend

Als „Green Hospital“ ausgezeichnete Spezialklinik schafft eine heilsame Umgebung

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Bei wenigen Bauten ist die Vereinbarkeit von Ablaufprozessen und qualitätvoller Gestaltung so wichtig und gleichzeitig so komplex wie bei Krankenhaus- und Klinikarchitektur. Die beiden Büros a|sh architekten und H2M Architekten standen gemeinsam beim Neubau der Spezialklinik Haar vor vielschichtigen Planungsaufgaben. Denn das Zentrum für Autismus und Störungen der sprachlichen und geistigen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter des kbo-Heckscher-Klinikums ist spezialisiert auf die frühe Diagnostik und Therapie von Entwicklungsstörungen und Behinderungen. Wie bei Gesundheitsbauten üblich, musste auch hier eine Art Multifunktionsgebäude entstehen, das Patienten, Personal und die Abläufe im Blick hat: Mit schützenden Räumen für die Patienten, Räumen für Behandlung und Therapie, Räumlichkeiten für schulischen Unterricht und einer Umgebung, die sich bestenfalls gesundheitsfördernd auswirkt. Bei dem Neubau wurde zudem das Untergeschoss einer ehemaligen Wäscherei einbezogen.

Auf diesem Fundament planten die Architekten einen zweigeschossigen Baukörper, konzipiert als in Teilen vorgefertigten Holz-Stahlbeton-Hybridbau. Das Gebäude öffnet sich immer wieder dem umgebenden Park mit seinen charakteristischen und hochgewachsenen Bäumen. „Es erzeugt gleichsam Ruhe und Bewegung und schafft so einen sozialen Raum. Architektur im Sinne einer heilenden und unterstützenden Umgebung“, erläutern die Architekten. Großzügige Fenster, ein Spielhof und Terrassen schaffen zudem ein ideales Umfeld mit viel Licht für die Therapien der Kinder und Jugendlichen. Ein farbig verkleideter Innenhof mit Fallschutzbelag beispielsweise bietet den Kindern Raum für Freispiel im geschützten Umfeld.

Im Erdgeschoss empfängt ein wohl dimensioniertes, helles und freundliches Foyer die Ankommenden. Praktisch: Hier schließt direkt die Schule an. Die beiden Pflegestationen befinden sich jeweils im hinteren Bereich der Seitenflügel. Ambulanz, eine weitere Pflegestation mit Bettenzimmern sowie die Tagesklinik sind im Obergeschoss angesiedelt.

Der Neubau wurde bereits als „Green Hospital“ ausgezeichnet, denn er wurde mit einer effizienten und ressourcenschonenden Gebäudetechnik geplant. Dazu gehören beispielsweise Energie­erzeugung über eine Holzpelletanlage, Stromerzeugung über die dachintegrierte Photovoltaikanlage und flächendeckende LED-Beleuchtung.

www.a-sh.de
www.h2m-architekten.de

 

Fotos:

Florian Holzherr
www.florian-holzherr.com

(Erschienen in CUBE München 02|21)

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