In die Höhe gewachsen

Die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum hat ihr Platzproblem gelöst

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In der größten evangelischen Hochschule in Deutschland qualifizieren sich rund 2.500 Studierende für Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in der kirchlichen Bildungsarbeit und Diakonie. Um die kritische Raumsituation zu entschärfen, erhielt die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in gut zweijähriger Bauphase ein neues, zurückversetztes Geschoss auf dem bestehenden zweistöckigen Bibliotheksgebäude. Die verantwortlichen Bochumer Architekten Vervoorts & Schindler haben die Aufstockung mit großen Fensterelementen versehen, sodass sich die neue Etage auf dem Ziegelbau durch Leichtigkeit auszeichnet und viel natürliches Licht in die Räumlichkeiten lässt.

Die neue Fassade besteht aus zwei Ebenen, wobei die Primärfassade aus nicht tragenden Fensterelementen im Wechsel mit geschlossenen Paneelen besteht. Vor den verglasten Außenwänden wurde als Sekundärfassade ein vertikales ca. 30 cm tiefes Lamellenrost angeordnet. Zusätzlich erhielten die Ost-, Süd- und Westfassade einen außenliegenden Sonnenschutz. Die Kapazitäten der vorhandenen Heizungsanlage reichten auch für diese Etage aus, sodass lediglich Heizkörper unter den Fenstern installiert werden mussten. Auf den neu geschaffenen rund 760 m² Fläche befinden sich drei neue Seminarräume, ein Selbstlernzentrum mit drei Gruppenarbeitsräumen sowie Sanitärräume und Technikfläche. Für die Erweiterung der Hochschulbibliothek ist ein Schulungsraum, zusätzliche Arbeitsplätze, zwei Büros und zwei Gruppenräume entstanden sowie ein Bereich für die Mediothek Evangelische Kirche Bochum, Herne, Gelsenkirchen. Der Einsatz von viel Glas vermittelt innen Transparenz, Offenheit und Großzügigkeit. Für viel frequentierte Bereiche wie den Eingang, die Flure und die Garderobe wurden robuste Bodenbeläge aus Kautschuk gewählt. Andere Bereiche sind ergänzend mit unempfindlichem Nadelvlies ausgekleidet. In das neue Geschoss führt als Blickfang eine zentral im Raum gelegene filigrane Wendeltreppe aus Eichenholz. Der Altbau und die Aufstockung wurden über eine Rampe miteinander verbunden sowie das Fluchttreppenhaus in das zweite Obergeschoss verlängert. Ein bereits vorhandener Aufzug wurde behindertengerecht saniert, ein weiterer neu gebaut. Im Rahmen der Baumaßnahme wurde auch im Bestand saniert. So wurden in der Bibliothek im ersten Stock die Verkabelung und die Decke erneuert sowie die Etage neu gestrichen. Das hinzugewonnene Geschoss wird durchgehend mechanisch belüftet, die Seminarräume erhielten eine zusätzliche Kühlung. Die Arbeitsplätze präsentieren sich modern mit bildschirmgerechter Arbeitsplatzbeleuchtung, Brüstungskanälen beziehungsweise Bodentanks.  

www.vs-architekten.de

Fotos:

Oliver Noeske

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|21)

Architekten:

Vervoorts & Schindler Architekten
www.vs-architekten.de

Sekundärfassade, Innentreppe:

Middeldorf & Söhne
www.middeldorf-soehne.de

Elektro:

E.H.G. Elektro Härter
www.ehg-bochum.de

Dachdecker:

Hoose Bedachungen
www.hoosedach.de

Fliesen:

Bettenhausen Fliesen
www.fliesen-bettenhausen.de

Innentüren, Tischlerarbeiten, Glastrennwände:

Werkstätten Dickerhoff
www.dickerhoff.de

Malerarbeiten:

Gerhard Mohr
www.mohr-maler.de

Trapezblech:

STN Dach- und Fassadenbau
www.stn-dach-fassade.de

Fenster:

Metallbau Heiduck
www.metallbau-heiduck.de

Stahlbau:

HS Hallensysteme
www.hallensysteme.com

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