Erhaltene Leichtigkeit

Der Lesepavillon im Grugapark wurde behutsam erneuert und weiterentwickelt

01_181013326_Preview_19_700pixel

Eine letzte Reminiszenz an die Bundesgartenschau von 1965, schwebend leicht und mit einem volltransparenten 360-Grad-Panorama in die umliegende Parklandschaft – das ist der Lesepavillon im südlichen Grugapark. Der kubische Glaskörper, der an seiner Eingangsfront durch ein Vordach nach außen in die Länge gestreckt wird, wurde von Wolfgang Spree, einem Architekten aus dem Essener Hochbauamt, 1963 entworfen. Spree orientierte sich dabei klar an die zeittypischen Vorbilder des amerikanischen International Style: Mies van der Rohes Pavillonbauten für das Illinois Institute of Technology in Chicago, insbesondere aber auch sein House Farnsworth in Illinois spiegeln sich in der Architektursprache deutlich wider. Die in einem strengen Raster von 3,70 m verteilten Stahlrohrstützen, die die etwa 15 x 20 m große Dachkonstruktion tragen, stehen dabei auf einer optisch leicht über dem Erdboden schwebenden Bodenplatte, die einen gemauerten Unterbau überragt.

Das in die Jahre gekommene, zwischenzeitlich nur wenig veränderte Gebäude sollte instand gesetzt und an ein neues, differenzierteres Nutzungskonzept angepasst werden. Turck Architekten aus Düsseldorf entwickelten ein Umbaukonzept, das eine behutsame Wiederherstellung und Weiterentwicklung des offenen transparenten Charakters umsetzt. Die Dachhaut wurde dabei so erneuert, dass sie einerseits den Innenraum nach oben dämmt, andererseits aber auch ihre optische Leichtigkeit nicht verliert. Die Aufarbeitung der Fassade umfasste den Austausch der Einfachverglasung gegen Isolierverglasung. Die nicht aus der Bauzeit stammenden, nachträglich vor die Scheiben montierten Heizkörper wurden durch eine Fußbodenheizung ersetzt, die sich in den vorhandenen Estrich hineinfräsen ließ. Nahezu im Originalzustand ließen sich die Metalldecken wiederherstellen, ausgestattet mit dazu passenden, integrierten Langfeldleuchten.

Der als freistehender Raumkörper konzipierte Versorgungskern musste dagegen nur in Teilen saniert werden: Damen- und Herren-WC wurden mit heutigen Sanitärobjekten ausgestattet und neu gestrichen, die alten bautypischen Kacheln konnten jedoch erhalten werden. Das ebenfalls in den Serviceblock integrierte Magazin wurde zu Garderobe und kleinem Lager umfunktioniert. Einen ganz besonderen Akzent setzt schließlich der pflegeleichte Linoleumboden, der einen veralteten grauen Plattenbelag ersetzt: Sein warmer Rotton steigert angenehm den Kontrast zum umliegenden Grün. Auch von innen scheint der Pavillon damit erstmals wie eine Insel der Ruhe im Park zu schweben.

www.turck-architekten.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|20)

Architekten:

Turck Architekten
www.turck-architekten.de

Dachdecker:

Dennis Wischerhoff
www.wischerhoff-dach.de

Metalldecken:

Manuel Schons Industrievertretung
www.mshschons.de

Trockenbau (Metalldecke):

W. Exner Stuck- und Akustikbau
www.exner-stuck.de

Heizung, Sanitär:

TW Haustechnik
www.tw-haustechnik.com

Verglasung:

Teutemacher Glas
www.teutemacher.de

Maler-, Lackierarbeiten:

Ambrock
www.ambrock.de

Bodenbelag:

Krapp Bodenbeläge
www.krapp-bb.de

Fliesenleger:

Wohlgemuth Stuck-Putz-Trockenbau
www.wohlgemuthstuck.de

Fotos:

Sigurd Steinprinz
www.steinprinz.de

Nothing found.

80 Jahre Gestaltungskompetenz

Jab Anstoetz blickt auf eine außergewöhnliche Unternehmensgeschichte

Urbanes Einfamilienhaus

Ein denkmalgeschütztes Stadthaus in Kaiserswerth wird saniert und neugeordnet

Nachhaltig und inklusiv

Eine Kita in Lohmar wurde in Holzbauweise erweitert

Pionierin des neuen Bauens

Anna Heringer baut international mit Lehm und anderen in Vergessenheit geratenen Baustoffen

Nothing found.

DB127-1__15_700pixel

Aus zwei mach eins

Ein Zweifamilienhaus in Bochum wird modernisiert und zum Einfamilienhaus umgebaut

Kresings_RaspberryHaus_MS_RomanMensing_0183_15_700pixel

Ein Haus sieht rot

Intelligentes Konzept zeigt Lösungsansätze für gefragten Wohnraum im urbanen Raum auf

_DSF0743_15_700pixel

Firmensitz mit Wow-Effekt

Nach einer Generalüberholung entstand eine moderne Arbeitswelt im Loftstyle

RAG_05-C-NikolaiBenner_15_700pixel

Innovatives Kreislaufhaus

Sensibel eingefügt – jeder Quadratmeter Weltkulturerbe ist wertvolle Fläche

Maßgeschneidertes Zuhause

Bei diesem Einfamilienhaus wurden unterschiedliche Lebensphasen eingeplant

HILD-2_19_700pixel

Frisch herausgeputzt

Ein erhaltenswertes Gebäudeensemble wurde behutsam modernisiert

Architektur mit klarer Linie

Zeitlos gestaltet, präzise ausgeführt und konsequent gedacht – innen wie außen