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Die schwebenden Stege

Extravagante Wohnanlage an der Dahme

Die schwebenden Stege
Erdgeschoss
Die schwebenden Stege
2. Obergeschoss
Die schwebenden Stege
4. Obergeschoss
Ein ungewöhnliches Meisterwerk der Architektur steht direkt am Ufer der Dahme, einem Fluss, der... mehr

Ein ungewöhnliches Meisterwerk der Architektur steht direkt am Ufer der Dahme, einem Fluss, der durch Grünau im Südosten Berlins fließt. Urheber des Entwurfs ist das Büro Love architecture and urbanism aus Graz, das auch schon mit dem Gebäude 50hertz Netzquartier in der Europacity Aufsehen erregt hatte. Die Wohnanlage, die in Grünau im Kontext des Quartiers 52° Nord der Buwog entstanden ist, besteht aus drei Gebäuden. Zwei Gebäude der Berliner Architekten Pätzold flankieren das Wohngebäude mit 28 Wohnungen von Love architecture and urbanism und bilden zusammen das Ensemble „The View“. Die Eigentumswohnungen waren schnell verkauft. Dies ist nicht nur der Extravaganz des Gebäudes, sondern auch der außergewöhnlichen Qualität der Umgebung zu verdanken – einem Mix von Natur, Freizeit, Ruhe und Gelassenheit.

Das hervorstechende Merkmal des Hauses sind seine auskragenden Balkone mit einer Tiefe von acht Metern. So sind die durchgesteckten Wohnungen auf der Nordostseite wie durch Stege mit dem Wasser verbunden. Sie sind gleichzeitig Freiräume und Erschließungselemente. Dabei bieten sie nicht nur Freizeit und Erholung für die einzelnen Wohnungsinhaber, sondern auch die Möglichkeit für soziale Interaktion und Gemeinschaft mit den Nachbarn. Oder wie die Architekten es ausdrücken: „Der Steg ist das Gebäude – er prägt das Haus sowohl visuell als auch inhaltlich. Er ist gleichzeitig Gesicht und Seele des Bauwerkes.“ Die 28 Wohneinheiten verteilen sich auf vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss mit umlaufendem Balkon. Die Vertikalerschließung ist unmittelbar mit den zwei Meter vom Haus abgesetzten Stegen verbunden und führt sowohl zu den großzügigen Freibereichen als auch direkt zu den Wohnungen. Unweigerlich stellt sich die Assoziation einer Reling aus Holz mit umlaufendem Metallgitter ein. Zum Wasser hin verfügen die Wohnungen auch über Glasfalttüren. Optisch scheinen die weit auskragenden Balkon- und Steg­elemente zu schweben. Die Ebenen sind durch die für das Grazer Büro typischen schrägen Außensäulen verbunden. Den Quartiersplatz ziert ein 6.000 m² großes Wasserbecken. Hier wird das Regenwasser der Umgebung nach dem Prinzip der Schwammstadt gesammelt.

Das nachhaltige Konzept des Quartiers 52° Nord wurde mit dem Iconic Award für innovative Architektur ausgezeichnet. Insgesamt umfasst die Wohnanlage 63 Eigentumswohnungen auf drei Gebäude verteilt. Eyecatcher sind dabei eindeutig die markanten schwebenden Stege und ihr Zusammenspiel von Holz, Aluminium und Beton.

www.love-home.com

Fotos:

Jasmin Schuller
www.jasminschuller.com

(Erschienen in CUBE Berlin 02|22)