Wohltuende Wohnvielfalt

Ein innovatives Klimaschutzkonzept zeichnet das Quartier Jenfelder Au aus

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In Jenfeld wächst auf dem 35 ha großen Areal der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne das neue Quartier Jenfelder Au. Den städtebaulichen Wettbewerb gewann 2006 das Rotterdamer Büro West 8. Das Quartier für rund 2.000 Bewohner ist sowohl Modellquartier der Stadt als auch Pilotprojekt der „Nationalen Stadtentwicklungspolitik“. Hier wird erstmals im großen Rahmen das Entwässerungskonzept „Hamburg Water Cycle®“ umgesetzt. Regenwasser, Schwarzwasser (aus Toiletten) und Grauwasser (übriges Abwasser) werden getrennt gesammelt und genutzt. Alle Haushalte sind mit Vakuumtoiletten ausgestattet, um das gesammelte Schwarzwasser einer Biogasanlage zuzuführen. Mit diesem Biogas wird im quartierseigenen Heizkraftwerk klimaneutral Wärme und Strom für die Jenfelder Au erzeugt.

Der hier vorgestellte Wohnungsbau von Kitzmann Architekten für die Meravis Bauträger GmbH erstreckt sich vom zentralen, öffentlichen Kaskadenpark in Richtung Süden. Insgesamt 120 Wohneinheiten mit 2–4 Zimmern gruppieren sich in neun Gebäuden locker um einen begrünten Innenhof. Durch die unterschiedlichen Baukörper, Erschließungstypen und Besonnungslagen entsteht eine wohltuende Vielfalt aus 13 Stadthäusern, 26 gestapelten Maisonette-Typen und 81 Geschosswohnungen. Jedes Gebäude weist Klinker in einer anderen Farbfamilie auf, die sich in der Gesamtschau zu einem Mosaik fügen. Die Kombination von Verblendflächen mit Elementen in Holzoptik differenziert die Gestaltung zusätzlich. In einigen 3-geschossigen Baukörpern sind Wohnungen im Erdgeschoss mit aufgesattelten Maisonetten über das 1. und 2. OG kombiniert. Die Dachterrassen sind abwechselnd im Osten und Westen angeordnet. Der zurückspringende Eingangsbereich und das Staffelgeschoss korrespondieren in der Materialität. Die Erschließung der aufgesattelten Maisonetten erfolgt über ein Treppenhaus mit Galerie. Die gereihten Stadthäuser mit drei Geschossen orientieren sich nach Süden zum Park, die fußläufige Erschließung erfolgt von Norden über die Innenhofquerung. Da das Baufeld ohne Vorgarten an die öffentliche Fläche angrenzt, sind die Terrassen im Erdgeschoss eingezogen und durch Heckenpflanzungen geschützt. Das Regenwasser wird oberirdisch in Gräben und Kanälen gesammelt und über den Kaskadenpark in das nahegelegene Rückhaltebecken geleitet. Der Lauf des Wassers ist Teil der Gestaltung der Außenanlagen und grenzt öffentliche und private Grünbereiche ab. Alle Treppenhäuser sind direkt mit der gemeinsam genutzten Tiefgarage verbunden, hier befinden sich auch Mieterkeller, Fahrradräume, Abstellflächen für Kinderwagen sowie Wasch- und Trockenräume.

www.kitzmann-architekten.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|20)

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