Sakral wird Säkular

Ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus verwandelt sich in ein Wohnhaus

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Das denkmalgeschützte ehemalige Pfarrhaus der Kirche St. Margaret in Sendling sollte nach dem Umzug der Pfarrei in einen Neubau einer neuen Nutzung zugeführt werden. Während der Bauzeit der Kirche von 1902 bis 1913 entstand 1911/12 auch das Pfarrhaus, entworfen von Franz Xaver Boemmel, einem Münchner Architekten. Das Münchner Architekturbüro kandlerundmack plante und führte eine Generalsanierung, Umnutzung und den Ausbau des Dachgeschosses durch. Die besondere Herausforderung war dabei, in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde, die Gebäudestruktur zu wahren, respektvoll mit dem historischen Bestand umzugehen und trotzdem aktuelle Standards des Wohnungsbaus umzusetzen. Dazu gehörte auch, die bautechnischen Erfordernisse wie Brandschutz und Schallschutz zu erfüllen.
 
Zunächst erschien es so, als sei das Gebäude in einem guten Zustand. Jedoch wies die Bausubstanz nach tiefergehenden Untersuchungen immer mehr schadhafte Stellen auf, die im Zuge der Baumaßnahmen saniert werden mussten. Aufwendige Arbeiten erforderten beispielsweise das Bestandsmauerwerk, die Balkenköpfe und die Revisionierbarkeit der Rollläden. Eine besondere Schwierigkeit bestand darin, die Geschossdecken von unten zu öffnen, um Schallschutz und Brandschutz einzubauen. Von unten deshalb, weil das historische Fischgrätparkett erhalten bleiben musste. Es wurden Gehwegplatten in die Balkenfelder eingebracht und die Decke mit Hilfe einer Trockenbaukonstruktion wieder von unten geschlossen. Die Original Flügeltüren wurden aufbereitet oder vom Schreiner neu und originalgetreu nachgebaut, ebenso die historischen Fenster. Auch die Kachelöfen wurden saniert und erhalten – sind aber leider nicht benutzbar, da sie nicht zugelassen sind. Insgesamt wurden elf Wohneinheiten auf circa 1.095 m² geschaffen. Das gesamte, bisher nicht benutzte Dachgeschoss wurde ausgebaut. Die Aufgabe hier bestand darin, ein zu einem völlig anderen Zweck erbautes, nahezu hochherrschaftlich ausgestattetes Haus mit breiten Fluren, hohen Decken und riesigen Räumen zu – auf heutige Standards angepasste – Wohnungen umzubauen. Man strebte eine bunte Durchmischung vom Apartment bis zur Vierzimmerwohnung an. Es gibt Zweizimmerwohnungen mit 67 und 88 m², Dreizimmerwohnungen mit Größen von 123 bis 131 m², im Dachgeschoss ein Apartment mit 41 m² und zwei doppelgeschossige Vierzimmerwohnungen mit 123 und 137 m². Die Vierzimmerwohnungen sind durchaus für Familien mit Kindern geeignet, zumal es eine große Hoffläche als Spielort gibt. Ursprünglich war der Einbau eines Aufzugs geplant, was aber aus denkmalschutzrechtlichen Auflagen verworfen werden musste. Um die großflächigen Räumlichkeiten als Wohnfläche nutzen zu können, wurden Wandscheiben als Raumteiler eingebaut. So bleiben die historischen Raumzuschnitte ablesbar und gleichzeitig wurde so die zeitgemäße Nutzung ermöglicht.

www.kandlerundmack.de

Fotos:

Sascha Kletzsch
www.sascha-kletzsch.de

(Erschienen in CUBE München 04|21)

Architekten:

kandlerundmack Architekten
www.kandlerundmack.de

Bauausführung:

K. Baumann Baugesellschaft
www.bauen-mit-baumann.de

Zimmerei:

Denkmalbau Ettersburg
www.denkmalbau.gmbh

Dachdeckerei:

J.A. Burghart
www.burghart-bedachungen.de

Malerarbeiten:

Malereibetrieb Hans Altschuh
Telefon: 089 2010553

Bodenbelag:

Neuberger Parkett und Fußbodentechnik
www.neuberger-parkett.de

Fliesen:

Fliesen Röhlich
www.fliesen-roehlich.de

Schreinerei:

Schreinrei Schalk
Telefon: 08251 5450

Trockenbau:

TM Ausbau
www.tm-ausbau.eu

Elektro:

Gibis Elektroanlagen
www.elektroanlagengibis.de

Heizung, Sanitär:

Herzog
www.herzoggmbh.eu

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