Auf gute Nachbarschaft

Die einzelnen Häuser sind farblich unterschiedlich nuanciert, so wie die außen liegenden Gänge mit einem Sichtschutz aus Streckmetall, der zwar transparent ist, aber dennoch vor schlechtem Wetter schützt.

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Die Idee des generationsübergreifenden Wohnens beginnt sich seit einigen Jahren immer mehr durchzusetzen. Meist sind es genossenschaftliche oder gemeinnützige Bauträger, die solche sozial orientierten Wohnformen möglich machen: So auch die GWG Königsbrunn, die einen Realisierungswettbewerb auslobte und 40 Architekturbüros zur Teilnahme einlud. Der Entwurf von Ebe Ausfelder Partner gewann den 1. Preis und der Auftrag ging somit an ein Büro, das sich explizit mit sozialem Wohnungsbau, besonderen Wohnkonzepten und mit bezahlbarem Wohnraum befasst. In einem Umfeld von kleinteiliger Bebauung mit Einfamilienhäusern fügt sich die maximal dreigeschossige Anlage in ihre Umgebung ein und respektiert damit die Nachbarschaft. Der so entstandene Generationenpark umfasst 87 überwiegend geförderte Wohnungen für circa 200 Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und sozialer Mischung. Alleinstehende genauso wie Familien mit Kindern und auch Behinderte leben hier. Verbindendes Element der einzelnen Häuser sind begrünte Laubengänge über die gesamte Anlage hinweg. Zudem sah das Raumprogramm ein Angebot von Einrichtungen für die Gemeinschaft vor. Es gibt eine integrative dreizügige Kinderkrippe, einen Veranstaltungsraum, ein Café, einen Waschsalon mit Fitnessraum, eine Werkstatt, eine Gästewohnung sowie ein Büro für einen „Kümmerer“.

Der Generationenpark entstand in zwei Bauabschnitten auf einer Fläche von etwa 6.000 m². Der erste Bauabschnitt umfasst zwölf, der zweite sechs weitere Einzelhäuser. Sie sind versetzt angeordnet und gestaffelt in der Höhe – zwei- und dreigeschossige Baukörper wechseln sich ab. Vom Einzelapartment bis zur Fünfzimmerwohnung sind alle Größen vorhanden.

Die beiden Karrees schließen begrünte Höfe ein und sind durch eine Erschließungsstraße verbunden. Kommunikation untereinander und ein gemeinschaftliches Engagement werden hier groß geschrieben. Wer in die teils geförderten Wohnungen einziehen darf, entscheidet die GWG erst nach ausführlichen Gesprächen mit den Bewerbern – d. h. deren Bereitschaft zum Miteinander spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Mieter. Gestalterisch setzen die Architekten ebenfalls auf „verbindende“ Elemente. Die einzelnen Häuser sind farblich unterschiedlich nuanciert, so wie die außen liegenden Gänge mit einem Sichtschutz aus Streckmetall, der zwar transparent ist, aber dennoch vor schlechtem Wetter schützt. Sogenannte „Kommunikationsbalkone“ ermöglichen ein zwangloses Beieinandersitzen oder einfach ein Sonnenbad an der frischen Luft.

www.eap-architekten.de

Fotos:

Florian Schreiber
www.florianschreiber.de

GWG Königsbrunn

(Erschienen in CUBE München 01|20)

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