Klar, Hell & Großzügiger

Ehemals verschachtelter Grundriss wird zur harmonischen Einheit

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Das Innenleben eines eher dunklen und in die Jahre gekommenen Reihenmittelhauses freundlicher machen? Noch dazu in nur zehn Wochen und so straff geplant, dass das Haus während der Umbauzeit bewohnt bleiben kann? Das Projekt von Architektin Celia Kunst ist ein gelungenes Beispiel – obwohl in der kurzen Zeit einiges zu stemmen war.

Ursprünglich war das Haus durch ein dunkles Treppenhaus und eher kleine Räume charakterisiert. Einen einladenden und repräsentativen Wohnbereich gab es nicht, auch fehlte bei den ursprünglichen Materialien eine klare Linie. Die Bauherren wünschten sich großzügigere Räume, einen offen gestalteten, zusammenhängenden Wohn- und Essbereich mit direktem Bezug zum bereits gestalteten Garten, eine Optimierung des mit 3 m² sehr kleinen Bades sowie insgesamt mehr Licht und Klarheit. Die Architektin entschied daher, durch das Entfernen aller nicht notwendigen Wände, die alte Struktur des Hauses aufzulösen. So entstand ein großer, zusammenhängender und lichtdurchfluteter Raum mit offener Küche, einem Wohn-/Essbereich und einer neuen großen Glasfront zum Garten. Auch haben die Handwerker die Wände zum Treppenraum entfernt und die Treppe in den Wohnbereich integriert. Zusätzliches Licht im Treppenhaus schafft ein neues Dachflächenfenster.

Im Bad sorgen eine ebenerdige Dusche mit schma­ler Duschrinne sowie einheitliche Boden- und Wandfliesen in einem hellen Naturton für mehr Großzügigkeit und Klarheit. Zumal ein passgenauer Spiegel- und ein raumhoher Einbauschrank das Gefühl von mehr Weite sowie dezenten Stauraum schaffen.

Um einige der ursprünglichen Möbel erhalten zu können, entwickelte die Architektin ein neues Farbkonzept. Elemente aus (Eichen-)Holz, Weiß- und Naturtöne sowie Akzente in Schwarz herrschen vor und sorgen für ein harmonisches Gesamtbild. Nach Freilegung und Aufarbeitung der ursprünglichen Holztreppe passt diese ebenfalls in das neue Konzept. Auch der einheitliche Bodenbelag aus neuem Eichenparkett unterstützt den Wunsch der Bauherren nach einer klaren, einheitlichen Linie. Wohnlichen Zusammenhang stiftet zudem die individuell angefertigte Küche: Statt der üblichen Oberschränke schafft ein schmales Wandboard einem Band gleich die Verbindung zwischen den Funktionsbereichen Küche und Wohnen, da es sich bis in das Wohnzimmer fortsetzt. Durch die integrierte, teils indirekte Beleuchtung kann das Möbel zudem verschiedene Lichtstimmungen schaffen. Die Küchenarbeitsfläche geht in eine Sitzbank über, die den durch den engen Grundriss vorgegebenen Platz optimal nutzt. Geschickt gesetzte Leuchten und indirektes Licht in Decke und Möbeln tauchen die Räume im gesamten Haus je nach Bedürfnis und Funktionsbereich in das gewünschte Ambiente.

www.kunst-architektur.com

Fotos:

Sandra Hauer_nahdran photografie
www.nahdran.com

(Erschienen in CUBE Frankfurt 02|20)

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