Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Unterhalb des Kommissionierlagers des HAKRO Campus ist ein Ort entstanden, der mehr ist als eine klassische Betriebsgastronomie. Die neue Kantine versteht sich als räumlicher Ausdruck der Unternehmenskultur – ein Raum, der Arbeit und Aufenthalt, Produktion und Gemeinschaft miteinander verbindet. Wo zuvor eine funktional geprägte Zone mit Aufenthaltsräumen und Umkleiden lag, spannt sich heute ein heller Gastraum zwischen Erdreich und Garten auf.

Die Architektur nutzt diese besondere Lage bewusst: Eingebettet in das Terrain und zugleich zur „grünen Lunge“ des Campus geöffnet, entsteht ein geschützter Aufenthaltsraum mit großzügigem Tageslicht, der Landschaft und Innenraum miteinander verzahnt. Über eine Terrasse verlängert sich der Gastraum ins Freie und stärkt die Verbindung zur Landschaft. Im Zentrum der Raumkomposition steht ein schwarzer Küchenmonolith. Als prägnantes skulpturales Element organisiert er den Grundriss und bildet einen starken Kontrast zur hellen, ruhig gefassten Umgebung des Gastraums. Zwei kreisrunde Öffnungen durchbrechen den Block und erlauben Einblicke in die Küche – Kochen wird sichtbar und Teil des Raumerlebnisses. Über eine offene Ausgabetheke mit Front-Cooking-Bereich werden Pizza, Pasta und Wokgerichte direkt zubereitet. Die umlaufende Selbstbedienungszone führt als Bewegung um den Kern. Küche und Gastraum gehen fließend ineinander über. Der Zugang erfolgt über einen eingeschobenen Baukörper aus Fichtenholz – ein wiederkehrendes Motiv auf dem Campus. Der holzverkleidete Eingangsraum markiert den Übergang vom Arbeitsalltag zur Pause und führt mit einer sich öffnenden Decke in den Gastraum. Zwei Loungebereiche begleiten diesen Weg und bieten Raum für kurze Gespräche, Kaffeepausen oder informelles Arbeiten. Materialität und Licht prägen die Atmosphäre. Ein heller Guss-Terrazzo-Boden und akustisch wirksamer Putz bilden die ruhige Bühne für den dunklen Küchenblock und die schwarz gerahmte Pfosten-Riegel-Fassade. Die eigens entworfenen Ahornmöbel greifen die Anmutung klassischer Wirtshaustische auf – robust, warm und handwerklich präzise. Darüber spannt sich ein filigranes Mikado-Leuchtensystem, das lange Tafeln, Hochtische und flexible Sitzgruppen zu einem zusammenhängenden Raum verbindet. So entsteht ein architektonisches Gefüge, das Funktionalität und Atmosphäre verbindet – ein Ort für Austausch, Rückzug und gemeinsames Essen, der den HAKRO Campus um eine lebendige Mitte erweitert.

www.seebald.net

Fotos:
David Franck
www.davidfranck.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|26)

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