Wenige Mittel – große Wirkung

Ein kleiner Zechengarten in Essen wird durch kluge Planung zum grünen Paradies

Auf kleiner Fläche ein Gartenparadies zu schaffen, das seinen Nutzenden Rückzugs- und Erholungsort ist, dabei zugleich spannende Blickachsen ermöglicht und ortstypische Materialien in sich vereint, all das ist Dominic Lindenberg im Norden Essens gelungen. Der Gartenplaner von Gartentyp aus Sprockhövel hatte die Aufgabe, den 120 m² großen Garten eines Reihenmittelhauses in der Nähe der Zeche Zollverein zu gestalten. Dass die Bergbautradition und die Lage Essens an der Ruhr dabei eine Rolle spielen werden, war ihm von vornherein klar.

Bei der Bestandsaufnahme breitete sich eine Rasenfläche wie ein langes schmales Handtuch vor dem Gartenfachmann aus. Rechts und links flankierende Stabgitterzäune mit Sichtschutz aus Kunststoffgewebe zu den Nachbarn – damit war die „Gartenidylle“ auch schon zu Ende beschrieben. „Es war klar, dass hier Struktur in die Fläche gebracht werden muss,“ erläutert Dominic Lindenberg, der von seinen Auftraggebern grünes Licht für eine freie Gestaltung erhielt. Sein Konzept: Ein Spiel mit Pflanzen, Wasser, Steinen, Cortenstahl und unterschiedlichen Höhen – alles zusammen ein abwechslungsreiches Aufeinandertreffen verschiedener Materialien, das Zonen der Ruhe und Erholung mit spannenden Einblicken, Ecken und Nischen kombiniert. Auf eine Rasenfläche wird fortan verzichtet, nicht jedoch auf die Einbeziehung der nachbarschaftlichen Gärten, denn deren Gehölze wurden ins Konzept eingebunden. Die höheren Stauden und Bäume wirken nun wie eine Erweiterung und natürliche Einfriedung des Gartens und geben diesem Tiefe. Als Reminiszenz an die Fördertürme fand Cortenstahl als Einfassung eines kleinen Kanals für ein Wasserspiel Einzug in den Garten. Ruhrsandstein wiederum wurde als traditionelles Gestein der Region für die Mauern der unterschiedlich hohen Pflanzbeete verwendet. An das Haus schließt eine überdachte Terrasse an. Danach beginnt ein grünes Areal mit von Ruhrsandstein eingefassten Hochbeeten, durch die ein Weg führt, der dank seiner Ecken und Kanten nicht per se überschaubar ist. Der Clou in diesem Bereich ist ein Brunnen sowie ein kleiner Wasserfall, der die Höhe überwindet und sich fröhlich plätschernd in einen Kanal ergießt, der quer über den Weg verläuft. Der dritte und hintere Teil des Gartens ist einem leicht erhöhten Sitzplatz mit Holzterrasse vorbehalten. Hier sorgt ein weinrotes Glaselement bei Sonneneinstrahlung für ein zauberhaftes Schattenspiel mit den Blättern der dort verorteten Rotbuche. Diese hat noch eine weitere Aufgabe, denn sie verdeckt auch die Stabgitterzäune der Nachbarn. Die abwechslungsreiche Bepflanzung ermöglicht jeder Pflanze ihren eigenen wirkungsvollen Auftritt. Blattschmuckstauden, Gräser und kleine Gehölze machen ganzjährig eine gute Figur und die Sommerstauden begeistern in ihrer Blütezeit durch leuchtende Orange- und Gelbtöne.

www.gartentyp.com

Fotos:
Gartentyp / Fotostudio Frege
www.fotostudio-frege.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|25)

Garten- und Landschaftsarchitektur:
Gartentyp
www.gartentyp.com
Holzterrasse:
Kebony
www.kebony.com
Glaselement:
Knumox
www.knumox.de

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