FIt fürs Zentrum

Revitalisierung der Innenstadt durch Sport und Gastronomie

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Mitten in Fürstenfeldbruck hat durch eine vergleichsweise kleine Veränderung ein Strukturwandel stattgefunden. Der Umbau des ehemaligen Kaufhauses X am Viehmarktplatz in ein Fitnessstudio mit Gastronomie hat die Infra­struktur entschieden bereichtert. Das vorher seit der Schließung des Kaufhauses vor 20 Jahren nahezu tote Areal hat neue Impulse bekommen: Sowohl die ganztags geöffnete Gastronomie im Erdgeschoss als auch das Fitnessstudio vom Untergeschoss bis unter das Dach (in Kürze) beleben diese Ecke der Stadt neu. Hier ist durch die Corona-Pandemie, während der das Studio nicht betrieben werden konnte, der lang geplante Umbau angeschoben worden, wovon ein Abschnitt mittlerweile fertiggestellt ist. Die Pläne für den Umbau stammen vom Architekturbüro vonmeiermohr aus Schondorf.

Die Idee war, nicht nur eine Erweiterung, sondern auch eine neue Philosophie durch und mit der Innenarchitektur zu etablieren. Die neue Gastronomie mit Ausrichtung zum Viehmarktplatz, der derzeit noch als Parkplatz fungiert und demnächst umgestaltet werden soll, ist nun ein sozialer Treffpunkt und gleichzeitig der Eingang in das Fitnesscenter. Zunächst wurde die Tragstruktur des einstigen Kaufhauses, ein Stahlbetonskelett, freigelegt, das als sichtbare Kulisse erhalten bleibt. Im Kontrast dazu wurde für das Innenraummobiliar auf warme haptische Materialien zurückgegriffen. Ergänzend kommt das ebenfalls neu erarbeitete Lichtkonzept hinzu, das die einladende Atmosphäre verstärkt. Im Zuge des Umbaus wurden die Trainingsflächen um 3.000 m² erweitert. Zum bisher bestehenden Fitnessbereich im 1. Obergeschoss kam eine neue Sportfläche im Erdgeschoss sowie im Untergeschoss ein hochmoderner „Pumperbereich“ und neue Umkleidekabinen hinzu. Neu ist auch die breite Podesttreppe, die das Erdgeschoss mit dem 1. Obergeschoss verbindet, sowie ein Atriumdurchbruch, der mehr Licht in das Gebäude bringt. In einem zweiten Bauabschnitt wird noch das 2. Obergeschoss und das Dachgeschoss hinzukommen.

Die Architekten und die Betreiber des Studios nahmen die diesjährigen Architektouren zum Anlass, nach dem Umbau erstmals die Tore zu öffnen, und das Publikum zeigte sich begeistert. Die Süddeutsche Zeitung titelte, es sei ein „Fitness-Loft mit gesellschaftlichem Auftrag“ entstanden. Das mag vielleicht ein wenig hoch gegriffen sein, aber in der Tendenz ist es richtig: Wie wichtig gerade in den oft ausgestorbenen Zentren der Städte solche Treffpunkte sind, ist nicht zu unterschätzen. Zudem ist das Haus kaum zu übersehen – mit seinem Anstrich in einem Signalblau zieht es die Blicke unweigerlich auf sich. Das Konzept der Hardy’s Studios, wie sie sich nach dem Gründer Reinhard Klinke nennen, ist, kein anonymer Kasten auf der grünen Wiese zu sein, sondern jeweils – wie hier in Fürstenfeldbruck – Sport, Spirit, Community und Happiness in das Zentrum der Städte zu bringen.

www.vonmeiermohr.de

Fotos:

Christoph Mittermüller
www.bildbetrieb.de

(Erschienen in CUBE München 03|22)

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