Urban und kommunikativ
Die Außenanlagen der Neubauten auf der Margarethenhöhe erfüllen vielfältige Anforderungen
Die Freianlagen für das Ensemble von Wohnhäusern und Verwaltungsgebäude der Margarethe Krupp-Stiftung in Essen wurden von Förder Landschaftsarchitekten in enger Abstimmung mit Mijaa Raummanufaktur Architekten und der Wörner Traxler Richter Planungsgesellschaft realisierte. Die Bereiche des Areals gliedern sich auf der denkmalgeschützten Margarethenhöhe in vier charakteristische Bereiche: den halböffentlichen gemeinschaftlichen Freiraum, den Quartiersplatz und die ausschließlich den Mietern vorbehaltenen Privatgärten sowie die Vorgärten (siehe auch Seite 34).
Zwischen bestehenden Waldkulissen und den Privatgärten befindet sich der gemeinschaftliche Freiraum. Gezielte Neupflanzungen ergänzen die Waldkulisse und bilden eine weich geschwungene, landschaftliche Rahmung des Freiraums. Hier bieten ein Spielplatz mit „Waldhäuschen“ und ein Kletterparcours sowie eine Pergola Raum für Begegnung, Spiel und Aufenthalt. Im Kontrast dazu steht der urbane Quartiersplatz vor dem Verwaltungsgebäude der Margarethe Krupp Stiftung, der als repräsentatives Entrée fungiert und den Neubau mit dem denkmalgeschützten Umfeld verknüpft. Die Gestaltung dient der Inszenierung der markanten Architektur des Verwaltungsgebäudes durch klare und ruhige Formensprache. Die runden Vegetationsinseln bieten eine hohe Aufenthaltsqualität, die durch schattenspendende Bäume verstärkt wird. Darüber hinaus wurde gesondert auf die Qualität und Materialität der Ausstattung geachtet, wie beispielsweise bei einer gebogenen Rundbank und einer hochwertigen Informationsstelle. Die Privatgärten der Mietergemeinschaft sind aufgrund der topografischen Gegebenheiten terrassenartig angelegt. Die Höhensprünge am Rand der Gärten werden durch breite Vegetationsstreifen abgefangen, die als Einfriedung dienen. Die Vorgärten bieten einen barrierefreien Zugang zu den Wohngebäuden und sind so großzügig geplant, dass sie genügend Platz für die erforderlichen Fahrradanlehnbügel und Mülleinhausungen bieten. Die Wege wurden aus hochwertigem Betonsteinpflaster und mit wassergebundener Wegedecke gestaltet. Die Farbgebung und Haptik wurden im Einklang mit dem Hochbau und dem Ort abgestimmt.
Eine besondere Herausforderung stellte die unter dem Gelände liegende Tiefgarage einer großen Fläche von rund 3.000 m² dar, die eine frostfreie Entwässerung garantiert. Als gestalterisch prägnantes Element wurde dafür ein offenes Rinnensystem entwickelt, das zugleich funktional und visuell wirksam in das Gesamtbild eingebunden ist. Die Pflanzenauswahl wurde gezielt für die besonderen Konditionen getroffen: geringe Substratstärke, geringe indirekte Bewässerung durch Kapillarität. Deswegen wurden Arten ausgewählt, die gut mit dem Stadtklima und längeren trockenen Perioden umgehen können. Dazu zählen etwa französischer Ahorn und ungarische Eiche.
www.foerder-landschaftsarchitekten.de
Fotos:
Jan Ladwig
www.janladwig.com
(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|26)