Sinnlich ehrlich

Ein Einfamilienhaus in Mönchengladbach verbindet flexible Funktionalität mit klarer Ästhetik

Ein Ort, der sich den wechselnden Bedürfnissen seiner Bewohner:innen anpasst, zugleich aber auch klar strukturiert ist, Geborgenheit ausstrahlt und Wohlfühl-Atmosphäre atmet: All dieses stand auf der langen Wunschliste von Sillmanns Architekten aus Mönchengladbach, die einmal nicht für andere, sondern für sich selbst und ihre Familie ein Haus entwerfen wollten. Das eingeschossige Satteldachhaus mit erhöhtem Kniestock und großem Dachstuhl wirkt nach außen klassisch, aber auch reduziert und modern. Von innen öffnet es sich fließend in den Außenraum und bietet viele sinnliche Licht- und Materialerfahrungen.

Das Wohnviertel im ländlich geprägten Ortsteil Rheindahlen ist durch eine dichte Bebauung geprägt. Entsprechend vorgezeichnet waren das Baufenster und die baurechtlichen Vorgaben nach BGB §34. Um in der relativ kleinteiligen Bebauung dennoch genügend Privatsphäre zu erhalten, trennt das Haus mit einer integrierten Doppelgarage den Garten vom Erschließungsbereich zur Straße klar. Dabei hat der Neubau eine robuste, hochwertige Fassade erhalten: Der verwendete Klinker von Gillrath zeichnet sich durch eine lebendige Wirkung aus, die durch den individuellen Brennvorgang eines jeden einzelnen Steins erzeugt wird. Mit dieser haptischen Fassade erscheint das Gebäude selbstbewusst neben den Nachbarhäusern mit vergleichbarer Kubatur.

Im Inneren beeindruckt die durchgängige Sichtbetondecke im Erdgeschoss durch ihre Helligkeit und Einheitlichkeit. Die Ortbetondecke, frei von Weißpigmenten oder anderen Zusatzstoffen, war eine anspruchsvolle baulogistische Herausforderung: Um Farbunterschiede durch unterschiedliche Mischungen zu vermeiden, mussten alle Betonlieferungen exakt aufeinander abgestimmt werden. Außerdem kamen dabei großformatige Schaltafeln zum Einsatz, mit der eine fugenreduzierte Betonästhetik aus einem Guss entstehen konnte – mit klaren Linien und ruhiger Oberfläche. Zusätzlich erforderte das Lichtkonzept eine millimetergenaue Planung der Elektroauslässe beim Betonieren, sollten alle Leitungen und Einbauorte doch unsichtbar in die Sichtbetondecke integriert werden. Die großzügigen Innenräume des Hauses sind flexibel organisiert, um sowohl offene als auch zonierte Nutzungen zu ermöglichen – mit fließenden Übergängen zwischen Innen und Außen, kommuniativen etagenübergreifenden Bereichen, aber auch Rückzugsorten. Die Materialwahl ist bewusst reduziert und geprägt von natürlichen, rohen Materialien, die in ihrer rohen Sichtigkeit eine ehrliche Ästhetik vermitteln: Sichtbeton für die Decke, Rohstahl für die freistehende Treppe sowie viel Holz prägen das Raumgefühl. Sämtliche Einbauten, vom Waschtischunterschrank bis hin zur minimalistischen Kücheninsel, wurden in enger Zusammenarbeit mit der Schreinerei Zimmermanns geplant und ausgeführt. Die Innenausbauten sind so nicht nur funktional durchdacht, sondern auch wesentlicher Bestandteil des architektonischen Gesamtkonzepts, das den Charakter des Hauses prägt.

www.architekten-mg.de

Fotos:
Giulio Coscia
www.fotografie-coscia.de
Carlos Albuquerque
www.pixelundkorn.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 03|25)

Architektur:

Sillmanns Architekten
www.architekten-mg.de

Haustechnik:

Haaß
www.haass-haustechnik.de

Schreinerei:

Jörn Zimmermanns
www.schreinerei-zimmermanns.de

Klinker:

Gillrath
www.gillrath.de

Leuchten:

Occhio
www.occhio.com

Fenster:

Schüco
www.schueco.com

Photovoltaik:

Prev End
www.prev-end.de

Küchen-Armatur:

Quooker
www.quooker.de

Waschbecken:

B & K
www.bundk.design

Nothing found.

Statement für eine Bauwende

Das erste freitragende Lehmgebäude Deutschlands auf dem Campus St. Michael in Traunstein

Leuchtturm in Rot

Sympathischer Eingangspavillon zum Kreativquartier

Behutsam ergänzt

Das Bonner Haus der Geschichte hat auch seine öffentlichen Begegnungsflächen modernisiert

Unter dem Mammutbaum

Rückzugsort im Garten, der Entspannung und Aktivität in Einklang bringt

Nothing found.

200531005_15_700pixel

Transparenz als Konzept

Die Stadtwerke Neuss haben am zentralen Standort ein weiteres Verwaltungsgebäude erhalten

merTens_tomra_2019_53_15_700pixel

Macht Lust auf Arbeit

Farbenfroher Workplace im stylischen Gewand

KRESINGS_WERFT_NilsKoenning_4_15_700pixel

Gemeinschaft als Leitprinzip

New Work und Wir-Gefühl prägen einen markanten Büroumbau in Heerdt

Ressourcenschonend arbeiten

Ressourcenschonend arbeiten

Eine brachliegende Lagerfläche in Derendorf wird zum Büroloft mit Hängematte

mo-office-III-13_10_700pixel

Aller guten Dinge sind drei

Architekturbüro setzt dritte Büroerweiterung im historischen Vierkanthof um

Franke0317_15_700pixel

Öffentliches Wohnzimmer

Die neugestaltete Bibliothek Monheim greift den Gebäudebestand auch stilistisch auf

Magellan_0023_15_700pixel

Fit für jeden Seegang

Eine Werbeagentur vertraut auf rauen Sichtbeton und warme Holzakzente

Mit Liebe zum Detail

Ein Wohnhaus im Düsseldorfer Osten ist saniert und erweitert worden