Selbstbewusst vermittelnd

Wohnhaus mit reduzierter Materialpalette definiert den Begriff der Stadtvilla neu

Ein Neuzugang macht in einem Villenviertel auf sich aufmerksam. Seine Nachbarschaft besteht aus Ein- und Zweifamilienhäusern mit Satteldach – obwohl der Bebauungsplan ein Villengebiet vorsieht. Das neue Wohnhaus orientiert sich am ursprünglichen Baurecht und definiert den Begriff der Stadtvilla neu. Der klar gegliederte Dreigeschosser besticht durch eine präzise gestaffelte Kubatur und eine reduzierte Materialpalette. Er fügt sich selbstbewusst, jedoch zurückhaltend ins Umfeld ein und vermittelt dabei gekonnt zwischen konventioneller Wohnbebauung und zeitgenössischer Architektur.

Um den Flächenverbrauch zu minimieren, organisierte Architekt Kai Dongus den Baukörper kompakt und vertikal. Der Rohbau setzt auf eine zweischalige Konstruktion aus CO₂-optimiertem Sichtbeton. Die innere Schale besteht konventionell aus Ortbeton in Sichtbetonklasse 5. Außen wurden bis zu 12 Meter lange Betonfertigteile verbaut, wobei die Fertigteilfugen als Vor- und Rücksprünge in das Gestaltungskonzept integriert sind. Sie machen als horizontale Bänder die Geschosse und Brüstungen klar ablesbar. Großzügige, raumhohe Minimalfenster mit schwarzen Aluminiumrahmen unterstützen den monolithischen Gesamteindruck des Gebäudes und setzen gezielte Einschnitte in die massive Hülle. Sie sorgen überdies für eine hohe Tageslichtausbeute sowie fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Transparente Glasbrüstungen im zurückspringenden Obergeschoss unterstreichen die horizontale Schichtung und verleihen dem Baukörper, gemeinsam mit einer Pergola, trotz seiner Massivität eine visuelle Leichtigkeit. Die Geschosse werden über eine einläufige Treppe erschlossen. Beim Innenausbau verzichtete LAR Studio weitgehende auf Raumtrennungen, um einen großzügigen Raumeindruck im Wohngeschoss zu erreichen. Der Innenraum ist durch handwerklich perfekten Sichtbeton, maßgefertigte Einbaumöbel und hochwertige Bodenbeläge geprägt. Die Raumqualität des Bades und des Masterbedrooms im Dachgeschoss profitiert von einer großzügigen, südorientierten Terrasse. Im vorspringenden Untergeschoss, baurechtlich auf zwei Meter über Straßenniveau begrenzt, befinden sich Eingangsbereich, Nebenräume, die Garage sowie ein Wellnessbereich mit Tiefhof. Schwarze, vertikal strukturierte Tore kontrastieren bewusst mit dem hellen Beton der Obergeschosse und definieren klar die Adresse des Hauses. Das Gebäude wird umweltfreundlich über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt und gekühlt. Eine PV-Anlage mit Batteriespeicher speichert Energie und speist auch den Außenpool.

www.larstudio.de
www.dongus.com

Fotos:
Dietmar Strauß
www.dietmar-strauss.de
LAR Studio
www.larstudio.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|26)

Architektur:

Kai Dongus
www.dongus.com

Innenarchitektur:

LAR Studio
www.larstudio.de

Rohbau:

Karl Köhler
www.karl-koehler.de

Metallbau:

Stigler
www.metallbau-stigler.de

Glasfassade:

Hannes Huber
www.hanneshuber.it

Estrich:

Fussboden Haag
www.fussboden-haag.de

Pooltechnik:

Pool + Home
www.poolandhome.de

Schalter:

Basalte
www.basalte.be

KNX-Gebäudeautomation:

Gira
www.gira.de

Armaturen:

CEA
www.ceadesign.it

Küchengeräte:

V-Zug
www.vzug.com

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