Nachbarn im Dialog

Die Montag Stiftungen in Bonn bilden mit zwei Studentenhäusern den „MO-Campus“

037_jk271022_15_700pixel

1992 gründete der Unternehmer Carl Richard Montag die mittlerweile fünf Einzelstiftungen umfassenden Montag Stiftungen. In das Stiftungsvermögen brachte er Immobilien in Nähe zum früheren Regierungsviertel in Bad Godesberg ein: Die damals noch kriegszerstörte historistische Villa Prieger sowie das benachbarte, an der Adenauerallee situierte Raiffeisenhaus aus den 1950er Jahren, begründeten die Urzelle des Stiftungssitzes, der später mit den beiden zum Rhein hin orientierten Villen Ingenohl und Heckmann weiter komplettiert wurde. Um das zusammengewachsene parkartige Areal besser auszunutzen, sollte das Grundstück nachverdichtet werden – wobei man sich angesichts des akuten Wohnungsmangels, aber auch der sozialen Maxime der Stiftung („Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“) für ein Studierendenwohnheim entschied. Ein 2016 dazu organisierter Wettbewerb unter sieben Architekturbüros konnte das Kölner Büro Schmitz Architekten zusammen mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn für sich entscheiden. Es sieht neben der denkmalgerechten Sanierung der beiden Rheinvillen eine Nachverdichtung mit zwei Solitären vor, die in einen nachbarschaftlichen Dialog mit dem Bestand treten – zurückhaltend und doch auf Augenhöhe. „Romeo und Julia“ – so haben Schmitz Achitekten die beiden ähnlich dimensionierten, viergeschossigen Baukörper getauft, die sich jeweils auf einem etwas in die Länge gestreckten polygonalen Grundriss entfalten. Beide Bauten stehen dabei im rechten Winkel zueinander und bilden im Zusammenspiel mit den vorhandenen Villen Ingenohl und Heckmann eine gemeinsame Platzsituation aus. Die beiden Neubauten haben eine Fassade aus Keramikplatten erhalten, jeweils in einem Grünton. Damit bauen sie eine farbliche Verbindung zu dem vorhandenen Baumbestand auf und kreieren zugleich einen dezenten Hintergrund für die Putz- und Natursteinfassaden der beiden Bestandsgebäude. 

 

Die Zugänge zu den beiden Villen, in denen die Montag Stiftungen ihren neuen Sitz bezogen haben, sind durch ein gemeinsames, vom Niveau der Neubauten abgehobenes Plateau miteinander verbunden. Von hier aus verläuft auch ein neu angelegter öffentlicher Treppenzugang zum Rhein und der begleitenden Uferstraße. Die Villen wurden in enger Absprache mit der Denkmalbehörde komplett saniert. Dabei konnten auch eine Reihe von Öffnungen in die Gebäude integriert werden, die neue Blick- und Wegebeziehungen schaffen – zwischen den verschiedenen Räumlichkeiten, aber auch nach draußen: So wurde etwa in der Villa Ingenohl ein grosses Fensterformat in die historische Fassade eingelassen, um den eindrucksvollen Ausblick auf das Rheinpanorama einzufangen. Die beiden barrierefrei konzipierten Neubauten des neuen „MO-Campus“ bieten jeweils 22 bis 32 m2 große Apartments – wobei jeweils fünf bis neun dieser reduzierte ausgestatteten Wohneinheiten eine Wohngemeinschaft bilden. Deren Mittelpunkt ist ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche, Loggia und Wasch-Bar, der zugleich Erschließungsfläche für die verschiedenen Wohneinheiten auf einer Etage ist. Innerhalb des Gebäudes ergeben sich Zonen unterschiedlicher Privatheit und Öffentlichkeit, die die Bildung von Gemeinschaften fördern sollen. Das gilt übrigens auch durchaus gebäudeübergreifend: Die insgesamt 55 Bewohner:innen der beiden Studierendenhäuser sollen idealerweise Interesse an gemeinwohlorientiertem Engagement mitbringen und die Arbeit der Montag Stiftungen nachbarschaftlich mit unterstützen. 

www.schmitz-architekten.de

Fotos:

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com

(Erschienen in CUBE Köln 02|23)

Architektur:

Schmitz Architekten
www.schmitz-architekten.de

 

Außenanlagen: 

RMP Stephan Lenzen 

 

Landschaftsarchitekten

www.rmpsl.la

 

Tragwerksplanung, Bauphysik, Brandschutz: 

HZI – Henneker Zillinger 

Ingenieure
www.hzi-bonn.de

 

Heizung, Lüftung, Sanitär: 

Planungsbüro Weidemann
www.fliegenrahmen.de

 

Elektro: 

Michael Bruch Elektrotechnik
www.bruch-elektrotechnik.de

 

Rohbau: 

Otto Jung
www.ottojunggmbh.de

 

Fassade: 

Gramon
www.gramon.de

 

Fenster: 

TTSM – Metallbau
www.ttsm-metallbau.de

 

Dachdeckerei: 

Franzen Dachtechnik
www.franzendachtechnik.de

 

Dacheindeckung: 

Kalzip
www.kalzip.com

 

Schlosserei: 

Metallbau Demuth
www.metallbau-demuth.de

 

Trockenbau: 

Malaj
www.malaj-bau.de

 

Malerarbeiten: 

Dirk Goffin Malermeister
www.malergoffin.de

 

Parkett: 

Esper
www.esper-online.de

 

Küchen: 

Tischlerei Mario Gießelbach
www.tischlerei-giesselbach.de

 

 

Nothing found.

Harmonie mit Liebe zum Detail

Farbkonzepte und Kunstobjekte für ansprechende Praxisräume in Moabit

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nachhaltig mit Konsequenz

Ein Klimaunternehmen setzt auf Flexibilität und wiederverwendbare Materialien

Hanseatische Identität in gebranntem Ton

Die Renaissance der Klinkerarchitektur

Nothing found.

TRU_06_02_5918_10_700pixel

Gerettete Opulenz

Das Belgische Haus wurde denkmalgerecht saniert und zum Römisch-Germanischen Museum umgebaut

Essbereich_15_700pixel4QPy7OC20LTVb

Dem eigenen Stil Raum gegeben

Runderneuert mit Einbaumöbeln, Beleuchtung und viel Liebe zum Detail

Ox-Klee-Interieur-c-Dimi-Katsavaris_15_700pixel

Viel Genuss ohne Ablenkung

Das Restaurant „Ox & Klee“ lockt Gourmets in die Kranhäuser am Rheinauhafen

Unsichtbare Metamorphose

Ein Bungalow im Hahnwald wird zum großzügigen Familiendomizil mit Gartenausblick

Repräsentativ & gemeinschaftlich

Eine Kanzlei in Longerich setzt auf Team- und Networking im Office-Design

Soziale Teilhabe als Programm

Soziale Teilhabe als Programm

Das „De Flo“ in Nippes wird zum Wohn-, Arbeits- und Begegnungszentrum

Offen und vielfältig

Der Bürocampus Coco im Kölner Norden glänzt durch neue öffentliche Bereiche