Sechseck statt Rechteck

Ein atypisches Einfamilienhaus in Bernau

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Keine Raute – kein Rechteck – irgendwo dazwischen und am ehesten noch hexagonal ist die Grundform des Neubaus eines Wohnhauses in Bernau zu bezeichnen. Das Haus steht auf einem Eckgrundstück an einer Ausfallstraße des kleinen Städtchens nordöstlich von Berlin. Per S-Bahn ist das 40.000 Einwohner zählende Bernau gut zu erreichen und mit dem Auto ist man in einer guten halben Stunde in der Hauptstadt.

Die Vorgeschichte ist gewissermaßen ein Märchen aus alten Zeiten: Ein junges Paar erbt das Fertigbauhäuschen der Großeltern und wohnt für einige Zeit dort zur Probe. Das Landleben nebst großem Grundstück gefällt und Hängebauchschwein „Hektor“ und eine Schar ziehen mit ein. Doch allmählich verdichtete sich der Wunsch nach einem neuen, zeitgemäßen Haus. Die für die Bauaufgabe auserwählten Architekten fanden die Bauherren im Büro PAC – Project Architecture Company aus Berlin. Der ursprüngliche Wunsch, das neue Gebäude auf den Grundmauern des Vorgängerbaus zu errichten, um die Kellerräume zu erhalten, musste bald verworfen werden, weil die Statik der alten Bausubstanz einfach nicht ausreichend war. So ergab sich die Chance, ein für den Raumbedarf wunschgemäßes Haus losgelöst von den vorgegebenen Maßen zu erbauen und den alten Grundriss außer acht zu lassen. Nun hat der zweigeschossige Neubau einen durchaus ungewöhnlichen sechseckigen Grundriss und ein flaches Dach. Die Gebäudestruktur ist gekennzeichnet durch tragende Wandscheiben und großformatige Fensteröffnungen, die raumhoch sind und Ausblicke in die Umgebung ermöglichen. Im Erdgeschoss befinden sich Wohnzimmer, Essbereich und Küche, die sich um einen Kern gruppieren und – unterstützt durch den hexagonalen Grundriss – zu einem großzügigen, fließenden Raum werden.

Über eine offene Treppe gelangt man ins Obergeschoss, das über einen Luftraum mit dem Erdgeschoss verbunden ist und als Homeoffice genutzt wird. Zusätzlich gibt es hier drei Schlafräume und zwei Bäder. Hervorzuheben ist die Materialität des Hauses: Eine interessante Spannung ergibt der Wechsel von glatten, rauen und natürlichen Oberflächen – von eloxiertem Aluminium und glattem Innenputz, hell lackierten Einbaumöbeln zu roh belassenem Ortbeton, Außenputz in Besenstrichstruktur und geöltem Eschenholz. Alle Decken und der Kern wurden in Ortbetonbauweise errichtet. Einen Kontrast dazu bilden die glatten, weiß verputzten Innenwände. Fußböden und Treppe wurden mit geöltem Eschenholz bekleidet. Das gleiche Holz wurde auch für diverse Einbaumöbel verwendet.

Insgesamt ist das Einfamilienhaus ein ungewöhnlicher Entwurf und ähnelt seinem Vorgänger, mit dem das Architekturbüro PAC schon große Anerkennung erlangte: Dem Haus P in Pankow, das zu den „Häusern des Jahres 2018“ gehört und ebenfalls durch sein ungewöhnliches Erscheinungsbild Furore machte.

www.project.ac

Fotos:

bullahuth Fotografie und Gestaltung
www.bullahuth.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|21)

Architekten:

Project Architecture Company
www.project.ac

Putzfassade:

Michael Hoffmann Stuck
Telefon: 030 6774749
Weber
www.de.weber

Metallfassade:

Küttner
www.fassadenbau-kuettner.de
Alucobond
www.alucobond.com

Sonnenschutz/Fenster:

Fenster Weihe
www.weihe-fenster.de
Roma
www.roma.de
Bug
www.bug.de

Flachdach/Dachfenster:

D & H Holzbau
www.duh-dachbau.de
Velux
www.velux.de

Innentüren/Einbauten:

Tischlermeister Torsten Schulze
www.tischlerei-schulze.berlin

Parkett:

Berliner Diele
www.berliner-diele.de
Scheucher
www.scheucherparkett.at

Heizung/Sanitär:

Bakendorf
www.bakendorf-gmbh.de

Armaturen:

Laufen
www.de.laufen.com

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