Nach allen Regeln der Kunst

Haus in Holzbauweise als Statement für verantwortungsvolles, nachhaltiges Bauen

Das „Haus am Fluss“ des in München ansässigen Architekten Philipp Molter hat einerseits etwas Archaisches und ist gleichzeitig ein modernes Haus, das auf Erkenntnissen für ein harmonisches Miteinander basiert. Wohnen und Leben verbinden sich zu einer Einheit, die sich ganz in die Umgebung einfügt.

Ein zentrales Moment ist die bewusste Materialwahl: Das Haus ist in Holzständerbauweise ausgeführt. Mit rund 40 Kubikmetern verbautem Holz speichert das Gebäude etwa 35 bis 45 Tonnen CO₂ – und setzt damit ein Statement für verantwortungsvolles, nachhaltiges Bauen. Dies ist ein Grund, weshalb das Haus in die Longlist der besten Einfamilienhäuser des Jahres 2025 aufgenommen wurde. Das Fachwissen, das der Architekt bei den Ikonen der Branche, u.a. bei Renzo Piano und Massimiliano Funksas erworben hat, kommt hier zur Anwendung: Zentraler Ort des dreigeschossigen Hauses ist das Entrée mit einem über alle Stockwerke reichenden Atrium. Es lässt das Haus atmen und bringt Licht in alle Ebenen. Das Erdgeschoss fungiert als variabler, sozialer Raum – eine moderne Agora, offen nutzbar für gemeinschaftliche Aktivitäten wie Workshops und private Events, oder durch Schiebetüren abtrennbar und in einzelne Funktionen wie Arbeiten und Wohnen aufteilbar. Eine fruchtbare Zusammenarbeit entstand zwischen Philipp Molter und der Designerin Miriam Irle, die während der Entwicklung des Gesamtkonzepts eng mit ihm zusammengearbeitet hat.
Miriam Irle über das Haus: „Das Innere des Hauses ist geprägt von ungewöhnlichen Raumarten und Verbindungen: Die Treppe wurde als Lebensraum konzipiert und bietet immer wieder Blickbeziehungen zum offenen Luftraum. Prägend ist hier ein geschossübergreifendes Regal, das sich durch den gesamten Luftraum erstreckt und so für eine visuelle Verbindung sorgt.“

Das Gebäude folgt auch der Prämisse, so wenig wie möglich in die Umgebung einzugreifen. Übersetzt in die Praxis heißt dies: Es verfügt lediglich über einen kleinen, kompakten Keller und ruht auf einer leichten, präzise gefertigten Holzkonstruktion. Die Raumaufteilung der oberen Geschosse entspricht dem typischen Muster eines Einfamilienhauses: klassische, funktionale Zuweisung für Hygiene und Schlafen. Zum Luftraum des Atriums hin ergeben sich Flächen, die als Aufenthaltsorte zum Entspannen oder Arbeiten genutzt werden können. Der Boden im Erdgeschoss ist ein hellgrauer Estrich, während in den oberen Geschossen Holzdielen verlegt sind. Im ersten Obergeschoss verläuft gen Süden ein Balkon über die gesamte Länge des Gebäudes. Bodentiefe Fenster ermöglichen bei moderaten Temperaturen die Erweiterung der Räume ins Freie. Das Verhältnis von Breite und Länge ist ein weiteres, auffallendes Merkmal des Hauses: Eine schmale Stirnseite kombiniert mit einer ungewöhnlichen Länge, dazu ein ortsübliches Satteldach. Auf der zum Garten ausgerichteten Westseite ist eine Loggia in den Giebel integriert. Das ungewöhnliche, kommunikative Gesamtkonzept unterscheidet das Haus von ähnlichen Holzhäusern der Region. Es ermöglicht ein harmonisches Zusammenleben einer Familie und deren Gäste.

www.studiomolter.com
www.miriam-irle.com

Fotos:
Phillip Molter
www.philippmolter.com
sashmedia
www.sash-media.de

(Erschienen in CUBE München 04|25)

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