Vielfalt in der Einheit

Repräsentativer, maximal verdichteter Neubau schafft günstigen Wohnraum für Pflegekräfte

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Dieser Neubau entstand durch eine Kooperation zwischen der Stadt Ostfildern, der Gradmann-Stiftung und den Architekten Kauffmann Theilig & Partner. In Zusammenarbeit mit der Stiftung gelang es den Architekten, durch Zukäufe die von der Stadt angebotene Fläche zu vergrößern und ein Konzept der maximalen Verdichtung zu entwickeln. Schließlich wurden sowohl der Gemeinderat als auch die Nachbarschaft von einer sechsgeschossigen Bebauung überzeugt.

An zentraler Kreuzung zeigt sich der Neubau als repräsentativer Auftakt. Der bis zu sechsgeschossige Bau bildet im Erdgeschoss eine Einheit und entwickelt sich in den Obergeschossen in zwei getrennte Baukörper. Die Figur versteht sich in ihrer plastischen Ausbildung als Reaktion auf Ort und Baurecht. Aus einem maximal möglichen Volumen bildet sich durch Einschnitte und Abschrägungen eine verträgliche und in die Nachbarschaft integrierte Gebäudemasse. Trauf- und Firsthöhen wurden aus dem Bestand übernommen. Trotz hoher Dichte entstand eine gute natürliche Belichtung, ein gemeinsamer Nachbarschaftshof sowie die Verbindung zwischen Marktplatz und Bürgerpark durch den Rücksprung im Erdgeschoss, in dem eine Bäckerei mit Café untergebracht ist. Die Geschosse des Eckhauses darüber bieten individuell geschnittene Wohn- und Aufenthaltsflächen mit insgesamt elf Wohneinheiten verteilt auf fünf Obergeschosse. Die Samariterstiftung vermietet sie ausschließlich an örtliche Pflegekräfte zu einem ermäßigten Preis. Das Haus bietet Platz für mehr als 40 Mieter:innen. Das viergeschossige Gebäude im Rückbereich nimmt drei weitere Wohneinheiten auf. Im neuen Innenhof stehen sechs Parkplätze zur Verfügung, an der zur Straße gewandten Seite zwei weitere Stellplätze.

Wie ein Kleid legt sich die Fassadenverkleidung aus horizontal gegliederten Faserzementplatten um die freie Form des Gebäudes. Die Balance zwischen transparenten und opaken Bauteilen ist Grundlage des Fassadenbildes. Integrierte Loggien holen Tageslicht und frische Luft in die Tiefe des Raumes. Material und Farbstimmung der Oberflächen wurden in Anlehnung an den historischen Bestand gewählt. Die differenzierte Gestalt der Fassade in Verbindung von Faserzementplatten, Putz und Blecheindeckung schaffen eine Vielfalt in der Einheit. Die handwerkliche Bearbeitung und die hohe Qualität der Materialien erzeugen eine wertige Erscheinung. Die Verdichtung auf engem Grund schont Ressourcen und mit wenigen Mitteln konnte ein KfW-Effizienzhaus 55 realisiert werden.  

www.ktp-architekten.de

Fotos:

Roland Halbe
www.rolandhalbe.eu

(Erschienen in CUBE Stuttgart 04|22)

 

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