Von der Bank zum „Byro“

Ungewöhnlicher Verwandlungsprozess im Glockenbachviertel

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Wie Pilze sprießen sie aus dem Boden, die Working-Spaces für unterschiedliche Nutzer. Es sind nicht nur Freelancer, die zu Hause keinen Büroraum haben, sondern auch Start-ups, die sich noch in der Gründungsphase befinden, oder auch Mitarbeiter großer Firmen, die einen Teil ihrer Mannschaft ausquartieren, beispielsweise um ein Projekt durchzuziehen. Der Mehrwert einer solchen Arbeitsatmosphäre liegt auf der Hand: Man ist unter Leuten, anstatt allein zu Hause zu sitzen. So kann man, um ein Beispiel von vielen zu nennen, bei der zwischenzeitlichen Kaffeepause ins Gespräch mit anderen kommen.

Sehr zentrumsnah, im Glockenbachviertel, wurde eine ehemalige Sparkassenfiliale mit mehreren Etagen in einen solchen Workspace umgebaut – das Byro. Die Architekten von G22 Projects aus Südtirol waren dabei für die Vor-, Entwurfs- und Ausführungsplanung, das Interior Design sowie für die künstlerische Bauleitung zuständig. Die Arbeitsplätze auf kleinstmöglicher Fläche zu generieren und in das Bestandsgebäude zu integrieren, war ein kompliziertes Unterfangen. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es entstand ein hochwertiger und vielseitiger Coworking-Space – nicht bunt und poppig, sondern seriös und anspruchsvoll. Als Basis für das stimmige Konzept mit sorgfältig ausgewählten Materialien und Möbelkombinationen wurde auf dezente Farben zurückgegriffen. Eine kontrastreiche Atmosphäre wurde durch die Trennwände aus schwarzen Profilrahmen und der Verwendung von leichten Beigenuancen im kompletten Workspace generiert. Die Arbeitsflächen erstrecken sich über zwei Stockwerke mit einem nachträglich eingebauten Mezzaningeschoss, welches die Raumanordnung in ihrer Strenge auflockert. Beim Umbau machte man sich auch die ursprüngliche Innenstruktur der Bank zunutze, indem das Atrium, in das man beim Eintreten gelangt, geöffnet und erweitert wurde, sodass jetzt ein Innenraum, einer prachtvollen Hotelhalle ähnlich, die Ankommenden begrüßt. Hier befindet sich der Empfangstresen und locker verteilte, kleine Tische und Stühle zum Relaxen und Plaudern. Um den offenen Mittelbereich sowie im Obergeschoss gibt es verschiedene Arbeitsräume für jeden Bedarf: Einzelbüros, Gruppenbüros, Meetingräume, Telefonboxen, Hot Seats und die obligatorische Kaffeebar. Für die Gestaltung der Arbeitszonen wurde eine Synthese aus schlichtem Industriedesign und hochmodernem Workdesign gewählt, welche sich durch den Verzicht der Verkleidung der Haustechnik, also der Freilegung der Kabel- und Trassenführung, sowie der geradlinigen und minimalistischen Innenarchitektur charakterisiert.

www.g22projects.com

Fotos:

Alex Filz
www.alexfilz.com

(Erschienen in CUBE München 03|22)

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