Skulpturale Durchsichtigkeit

Ein Wohnhaus schöpft aus Begrenzungen überraschende räumliche Qualitäten

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Das Grundstück in einem gewachsenen Wohngebiet am Rande von Monheim-Baumberg war nicht sehr breit und die heterogene Nachbarbebauung auf enger Tuchfühlung: Um das anspruchsvolle Raumprogramm der Bauherrenfamilie unterzubringen, entwickelten und realisierten Ricardo Ferreira Architekten aus Meerbusch einen Entwurf, der aus der geschickten Kombination und Überlagerung von Funktionsbereichen skulpturale Qualitäten entwickelt.

Das zweigeschossige Haus ist wie ein Reihenhaus direkt an die Brandmauer des nördlichen Nachbarhauses gebaut und orientiert sich an dessen Satteldach-Kubatur und Baulinien. Zur Straßenfront springt das Gebäude hinter einer Auffahrt für die integrierte Doppelgarage und einen separierten Zugangsweg zum überdachten Eingangsbereich zurück. Ein risalitartiger Vorsprung des Obergeschosses verleiht der Fassade Plastizität, ein großes quadratisches Fenster, das die Treppensituation belichtet, eine eher ungewohnte Durchsichtigkeit. Das Rückgrat des Hauses bildet die Treppenanlage, die sich vom Entrée bis zur Gartenseite durchzieht: Erst führt sie einläufig auf das erste Obergeschoss, wo sich zwei Kinderzimmer und ein Büro befinden, dann u-förmig über ein Podest zum zweiten Obergeschoss, das als Elternetage mit Ankleide, Masterbad und einer Sauna ausgestattet wurde. Über jeweils eine Brücke sind die Treppenläufe mit den beiden Etagen verbunden. So entsteht besonders im hinteren Bereich des Gebäudes eine „Treppenskulptur“, die prägend für den Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss wird: Die nach oben geführten Treppenläufe öffnen den Raum mit den Schrägen und Ebenen dynamisch nach oben. Zugleich strömt Tageslicht nicht nur allein durch die breiten Schiebefensterfronten ein, sondern auch durch ein großes, etagenübergreifendes Oberlicht, das mit seinem Fensterkreuz die Gartenansicht des Hauses akzentuiert. Zur Wirkung erweckt wird die „Treppenskulptur“ durch die austarierten Schwarz-Weiß-Kontraste und den reduzierten Materialmix, der von der Innenarchitektin Dorothea Schlüter vorgegeben wurde: Weiß verputzte Wandflächen sind mit schwarzen Stahlträgern, dunklen Rohstahlwangen und Fensterprofilen kontraststark kombiniert. Einen besonderen Raumakzent schaffen dazu die seitlichen Brandmauern des Gebäudes, die ein haptisches Finish aus geschliffenem, großformatig strukturiertem Sichtbeton erhalten haben. Es ist aber nicht nur die in den Wohnraum integrierte „Treppenskulptur“, die dem Haus eine besondere Originalität verleiht: Denn sowohl zur Garten- und Straßenseite, als auch zur südlich gelegenen Brandmauer weist das Gebäude etagenweise Rücksprünge auf. Dadurch entstehen – je nach Orientierung – Balkonflächen, aber auch introvertierte Lichthöfe. So klar strukturiert das Haus von außen erscheint –  innen besitzt es eine besondere räumliche Komplexität, die Innen und Außen facettenreich miteinander verwebt.

www.rfcv.de

Fotos:

Julia Vogel
www.julia-vogel.com

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 01|23)

Architekten:

Ferreira | Verfürth Architekten
www.rfcv.de

Sichtbeton:

Betkos Betonkosmetik
www.sicht-beton-kosmetik.de

Dachdeckerei:

Reiner Müller Dachdeckermeister
Telefon: 02166 610981

Elektro:

Harald Bruhn
https://harald-bruhn-elektro-fliesentechnik.business.site

Estrich:

Neglia Estriche
www.neglia-estriche.de

Garagentor, Garagentür:

Meyertore
www.meyertore.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Sanitär & Heizung Gildermann
www.sanitaer-gildermann.com

Zimmerei:

Rings & Helmig
www.rings-helmig.de

Innenputz und Trockenbau:

Windsheimer Putz-Stuck-Akustik
Telefon: 0211 9980

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