Weite trotz engem Korsett

Einfamilienhaus mit eigenständigem Charakter passt in Wohnsiedlung mit kleinen Häusern

Inmitten einer gewachsenen Siedlung mit kleinen Einfamilien- und Reihenhäusern – vor allem aus den 1930er-Jahren – befindet sich das von der Nordseite erschlossene und gen Süden erstreckende Grundstück. Für die Planung des neuen Wohnhauses setzte der Bebauungsplan einen engen Rahmen: Die östliche Grenzbebauung, der Mindestabstand zum Nachbarn nach Westen sowie eine Dachneigung von 48 bis 50° und eine Traufhöhe von 4,50 m an der Straßenseite mussten beachtet werden.

Urs Lotz vom Büro architekturlabor wählte die ebenerdige Erschließung als wesentlichen Entwurfsansatz. So schuf er mit der vorgegebenen Traufhöhe zwei vollwertige Wohnetagen und ein Dachgeschoss. Erschlossen wird das Wohnhaus über einen kleinen Anbau. Große Fensterflächen öffnen die Wohnräume zum Garten im Süden. Wenige gezielte Öffnungen belichten sowohl die Nebenräume als auch die Erschließung an der Nordseite. Mit der Über-Eck-Verglasung von der Fassade in die Dachfläche verzichtete man auf Dachgauben nach Süden für die Schlaf- und Kinderzimmer, denn sie hätten die klare und einfache Gebäudeform beeinträchtigt. In diesem Sinne entfällt auch die Ausbildung von Dachüberständen sowie außenliegende Regenrinnen und Fallrohre. Einheitlich grau gestaltet unterstreichen die Fassade, das Dach sowie die Fenster die Kubatur. So fügt sich das Haus harmonisch in die Umgebung ein und erhält dennoch einen eigenständigen Charakter. Entsprechend der klaren und schlichten äußeren Erscheinung sind auch die Innenräume gestaltet: Weiß gestrichene Wände, klassisches Eichenparkett sowie geschliffener, dunkel eingefärbter Estrich im Eingangsbereich und in der Küche. Als Kontrast zu den fein verputzten Wänden ist die Deckenoberfläche im Erdgeschoss durch eine sägeraue Brettschalung strukturiert. Deckenöffnungen und Lufträume verknüpfen die drei Wohngeschosse und holen viel Tageslicht ins Innere. Lichte Raumhöhen von 2,60 m und 2,70 m und raumhohe Türen unterstützen den großzügigen Charakter der Räume. Eine Luftwärmepumpe versorgt den Neubau mit Wärme für die Fußbodenheizung und das Wasser.   

www.architekturlabor.net

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|21)

Architekten:

architekturlabor
www.architekturlabor.net

Zimmerer:

Holzbau Elser
www.holzbauelser.de

Klempner:

Bauflaschnerei Aman + Quattlender
www.blechambau.de

Fenster (Holz-Alu):

Fensterbau Pfänder
www.pfaenderfenster.de

Fenster (Pfosten-Riegel):

Metallbau Böhringer
www.metallbau-boehringer.de

Gipser, Maler:

Stuckateurbetrieb Weiß
www.stuckateurbetrieb-weiss.de

Heizung, Sanitär:

Rolf Knapp
www.rolf-knapp.de

Elektro:

Ebner Gebäudetechnik
www.ebner-gebaeudetechnik.de

Estrich:

Bozic Estriche
www.bozic-estriche.de

Beschichtung:

Acoplan
www.belimago-loft.de

Badarmaturen:

Steinberg
www.steinberg-armaturen.de

Parkett:

Gunreben
www.gunreben.de

Fotos:

David Spaeth
www.davidspaeth.com

2513_Neckarbogen_RH_G300_0042_15_700pixel

Wohnen auf Zeit

Apartmenthaus für Langzeitgäste im neuen Heilbronner Stadtquartier

4_15_700pixel1G7ZG3nPlZVGJ

Wohnmodule im Grünen

Flexibel nutzbarer Wohnbau in Holz-Massiv-Hybridbauweise, effektiv gedämmt mit Holzfaserplatten

STUDIOFISCHER_Haus-JK42_03_Aussenansicht-Luftaufname_15_700pixel

Steilvorlage

Schmales Einfamilienhaus entwickelt sich über vier Geschosse mit zwei Terrassen am Hang

Harte Schale, weicher Kern

Ein skulpturaler Kita-Neubau wird zum zentralen Anlaufpunkt im Stadtviertel