Ein Ort für Kinder

Hier wird Kreativität entfaltet und spielerisch die Welt des Handwerks erkundet<

Das Bauspielhaus St. Pauli, entworfen vom Architekten Jan Hormann, ist ein Ort, an dem Kinder ihre Kreativität entfalten und spielerisch die Welt des Handwerks erkunden können. Im Zuge der Neustrukturierung eines Grünzuges erhielt es einen neuen Standort mit großzügigem Außenbereich mitten im Park. Bauherr ist das Bezirksamt Hamburg Altona. Bereits früh im Entwurfsprozess wurden Anregungen aus politischen Gremien sowie Ideen und Wünsche der künftigen Nutzergruppe aufgenommen. Bei Workshops konnten Kinder des Viertels ihre Vorstellungen durch Zeichnungen und Modelle einbringen.

Eine Architektursprache zu finden, die sowohl Kinder als auch Parkbesucher:innen anspricht, war wichtig und führte zur Interpretation klassischer Satteldachhäuser, um dem Gebäude eine identitätsstiftende Präsenz zu verleihen. Der Zaun des Bauspielplatzes verläuft organisch zwischen den Bäumen des Parks. Abschnittsweise ist er mit Lärchenbrettern verkleidet, vereinzelte Betonelemente dienen als Bänke und Pflanzkästen. Durch das Öffnen der Tore wird der Außenbereich des Bauspielhauses zum Park hin erweitert. Die Grundrissaufteilung unterstützt die Entwurfsidee eines offenen und einladenden Hauses. Der Eingangsbereich mit Garderobe und Sanitärbereich fungiert als Verteiler zwischen Gemeinschaftsraum und Werkstatt sowie als barrierefreie „Schleuse“ zwischen dem Vorplatz und dem rückseitigen Außenbereich. Ein Multifunktionsraum kann den Gemeinschaftsraum vergrößern oder als Erweiterung des Büros für Familiengespräche und Konferenzen genutzt werden. Das Büro ist zum Vorplatz orientiert, sodass durch die Blickbeziehung eine soziale Kontrolle gewährleistet wird. Terrassentüren in allen Räumen verbinden Innen und Außen. Besonders beliebt bei den Kindern ist der „Heuboden“ oberhalb des Eingangsbereiches, ein offener Giebelraum, der als Versteck- und Kommunikationsraum genutzt wird.

Das Bauspielhaus besitzt eine tragende Konstruktion aus vorgefertigten Brettsperrholzelementen, die innerhalb weniger Tage errichtet wurde. Die Fassadenbretter aus sägerauer Lärche wurden aus Holz aus dem Forst der Bezirksförsterei Hamburg Altona in seinem kleinen Sägewerk hergestellt. Die Entscheidung für eine Holzfassade fiel bereits früh in der Planung, sodass die entsprechenden Bäume rechtzeitig gefällt und gesägt werden konnten, um im Anschluss zu trocknen. Der nachhaltige Werkstoff Holz erzeugt ein behagliches Raumklima und eine geborgene Spiel- und Lernatmosphäre.

www.janhormann.de

Fotos: 

Jan Hormann

(Erschienen in CUBE Hamburg 02|24)

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