Durchdachte Inszenierung

Ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept setzt das Transformationsprojekt ins rechte Licht

Mit dem Coppenrath Innovation Centre (CIC) entsteht im Herzen Osnabrücks ein Ort, der industrielle Geschichte eines ehemaligen Güterbahnhofs und digitale Zukunft verbindet. Neben Architektur und Nutzung ist es vor allem das Licht, das die Transformation dieses Ortes lesbar macht. Das Beleuchtungskonzept, das vom Lichtplanungsspezialisten Lichtart entwickelt wurde, versteht sich nicht als technische Ergänzung, sondern als räumliches Narrativ. Es übersetzt die industrielle Vergangenheit in eine zeitgenössische Atmosphäre und macht die Struktur des Bestands erfahrbar. Licht wird zum Medium, das Orientierung schafft, Erinnerung aktiviert und neue Räume definiert. Bereits im Außenraum beginnt diese Erzählung. Pollerleuchten sorgen für eine normgerechte Wegbeleuchtung, während Wandleuchten mit Up- und Downlight die historische Ziegelfassade modellieren. Ehemalige Lokstandnummern werden gezielt inszeniert, Boden- und Schwellerleuchten zeichnen frühere Bahntrassen nach und machen die Logik des Rangierbetriebs wieder lesbar. Linienleuchten rekonstruieren die Form der Drehscheibe und führen Besucher:innen ins Ensemble, während Scheinwerfer auf wiederverwendeten Oberleitungsmasten industrielle Akzente setzen. So entsteht ein atmosphärisches Lichtbild, das Geschichte interpretiert. Die Lichtfarbe erzeugt eine warme, insektenfreundliche Atmosphäre mit reduziertem Blauanteil. Die gesamte Außenbeleuchtung wird automatisiert gesteuert. Szenen, Dimmung und Gruppenschaltungen reagieren flexibel auf Nutzung und Tageslicht und schaffen ein energieeffizientes, adaptives System. Ein zentraler Aspekt ist die Wechselbarkeit der Leuchtmittel im Zhaga-Standard. Leuchtmittel lassen sich werkzeuglos austauschen und in standardisierten Fassungen über verschiedene Leuchtentypen hinweg einsetzen. Im Inneren setzt sich die differenzierte Lichtplanung konsequent fort. Bürobereiche werden mit Stehleuchten und Stromschienen flexibel ausgeleuchtet. Indirektes Licht sorgt für gleichmäßige Deckenhelligkeit, Blendschutzsysteme erhöhen den Komfort. In den Holzmodulen unterstützt eine warme Lichtfarbe von 3.000 Kelvin die Materialwirkung und Raumatmosphäre. Höhepunkt des Konzepts ist das Innovatorium. Kupferfarbene Kuppelleuchten an Traversen zitieren industrielle Formen und schaffen eine prägnante Raumwirkung. Ergänzt durch Strahler, Wallwasher und szenische Steuerung entsteht ein hochflexibler Veranstaltungsraum, der sich von Konferenz bis Performance ständig neu konfigurieren lässt. Präsenz- und Helligkeitssensoren steuern das Licht bedarfsgerecht, reduzieren den Energieverbrauch und erhöhen nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit. Auf diese Weise wird Licht intelligent orchestriert statt nur geschaltet. Das CIC zeigt exemplarisch, wie Lichtplanung im Bestand über Funktion hinausgeht: als strategisches Werkzeug, das Architektur, Geschichte und Zukunft verbindet und den ehemaligen Industriestandort in einen lebendigen Innovationsraum überführt.

www.lichtart.de

Fotos:
Axel Kaufmann

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|26)

Lichtdesign:
Lichtart
www.lichtart.de

Außen- und Innenleuchten:
Projektleuchten
www.projektleuchten.de
Meyer Leuchten
www.meyer-lighting.com
I-Lep
www.i-lep.de
Lightnet
www.lightnet-group.com
LTS
www.lts-light.com
Drees Lichttechnik
www.drees-gmbh.eu
Platek
www.platek.eu
I-Lep
www.i-lep.de
Bolich Leuchten
www.bolichwerke.de
Zava
www.zavaluce.it
Maserio
www.masierogroup.com

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