Upcycling

Zentrumsnah wohnen und arbeiten in erweitertem Verwaltungsgebäude aus den 1960er-Jahren

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Nachdem die Verwaltung umstrukturiert worden war, stand das erhöht über dem Universitätsgelände gelegene Gebäude des Landratsamts lange leer. Stark sanierungsbedürftig sollte es schließlich einem Neubau weichen. Die Architekten Florian Danner und Abdul Yildiz sowie der Lichtdesigner Jens Maier erkannten das Potenzial des Gebäudes, konnten es erwerben und bauten es 2014 mit kostengünstigen Mitteln zunächst zu einem Flüchtlingswohnheim um. Die weitere Zwischennutzungszeit bot Gelegenheit das Baurecht über einen Vorhaben- und Erschließungsplan anzupassen. Nachdem Aufstockung und Erweiterung genehmigt worden waren, konnte das Haus zeigen, wie sich seine solide Bauweise und die klare Struktur für ganz unterschiedliche Nutzungen eignen.

Für den Umbau zum Wohn- und Geschäftshaus wurde der Stahlbeton-Skelettbau auf Rohbauniveau zurückgeführt. Um helle, weitläufige Arbeitsräume für die Planungsbüros der Bauherren (Danner Yildiz Architekten und Maierlighting) zu schaffen, entfernte man Zwischenwände und die Fertigteil-Brüstungen. Raumhohe Verglasungen sorgen nun für gleichmäßiges Nordlicht und eine freie Aussicht auf die Innenstadt. Durch die Nordausrichtung des Gebäudes erübrigten sich Verschattungen und Kühltechnik. Es gelang problemlos, die Konstruktion aus den 1960er-Jahren um zwei Wohngeschosse in Leichtbauweise aufzustocken. Dank der Präfabrikation war innerhalb von nur zehn Tagen der Rohbau aus einem Stahlskelett mit eingelegten Massivholzdecken fertiggestellt. Die beiden Geschosse sind von der bestehenden Fassadenebene deutlich nach hinten abgesetzt, um Raum für Dachterrassen zu bilden und das Gebäude aus der Fernsicht weniger massiv erscheinen zu lassen. Bergseitig ragen die Wohnebenen über den Bestand hinaus. Sie werden von einem Stahlbetonraster gestützt, das einen eigenen Raum für die offengeführte Erschließungszone bildet. Beim Begehen der frei eingehängten Treppenläufe, Brücken und Podeste entsteht sowohl eine intensive Nähe zum umgebenden Grün und dem anstehenden Fels als auch die Möglichkeit, alle drei Raumdimensionen zu erleben. Zur Straße hin inszeniert eine schräg angeschnittene Gebäudefuge den Zugang und leitet über eine Rampe barrierefrei in den überdachten Innenhof. 

Obwohl der Bestandsrohbau fast vollständig erhalten blieb, ist das Gebäude kaum wieder zu erkennen. Baustruktur und Grundstück erfuhren durch die gestalterische Aufwertung sowie die Weiter- und Mehrfachnutzung ein echtes Upcycling. Zehn Wohnungen und 1.490 m² Bürofläche finden im Inneren Raum. Mit dem Vollwärmeschutz erreichen die Wohnungsgeschosse den Standard KfW 40. Das Haus wird mit Fernwärme über Kraft-Wärme-Kopplung und regenerative Energien versorgt.

www.dy-architekten.de

Fotos:

Zooey Braun
www.zooeybraun.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 03|23)

Architektur:

Danner Yildiz Architekten
www.dy-architekten.de

Elektro:

Elektro Dessecker
www.elektro-dessecker.de

Schreinerei:

Jörg Dubbert Schreinerei 
www.jd-schreinerei.jimdo.com 

Einrichtung:

Leonhard 
www.leonhard-stuttgart.de

Mobiliar:

Who’s perfect
www.whos-perfect.de

Vetsack
de.vetsak.com

Armaturen:

Vola
de.vola.com

Keuco
www.keuco.com

Schallschutz:

Lignotrend
www.lignotrend.com

Estrich:

Uzin
de.uzin.com

Dampfbad:

RepaBad
www.repabad.com

Sanitär-Keramik:

Vallone
www.vallone.de

Geberit
www.geberit.de

Villeroy & Boch
www.villeroy-boch.de

Elektro (Licht):

Maierlighting 
www.maierlighting.de

Leuchten:

Iguzzini
www.iguzzini.com

Küche:

bulthaup
www.bulthaup.com

Fenster:

Schüco
www.schueco.com

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