Behutsame Metamorphose

Ein behutsamer Umbau, der die Potenziale des Bestands weiterdenkt und verfeinert.

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Ein Straßenzug in Oberkassel bekommt sein charakteristisches Gesicht nicht allein durch Bauten, die mit Portikus, Freitreppe und Kranzgesims dem Neoklassizismus entstammen – oder diesem Stil gegenwärtig nacheifern. Auch Stadthäuser, die die Kriegs- und Abrisslücken durch Nachkriegsarchitektur modern ergänzen, gehören zum Straßenbild. Das Wohnhaus, das sich der Architekt Franz-Josef Klother in den 1960er-Jahren erbaute, ist auch so eine Ausnahmeerscheinung: Die Bauherren, die das Gebäude optisch wie praktisch sehr schätzen, beauftragten das Düsseldorfer Architekturbüro beige.box von Patrick Müller-Langguth mit einem behutsamen Umbau, der die Potenziale des Bestands weiterdenkt und verfeinert.

Das Haus sollte etagenweise entkernt und so umgebaut werden, dass es sich auch zukünftig flexibel an veränderte Nutzungen anpassen kann. Die Bauherren wünschten sich im Keller ein autarkes Apartment mit attraktivem Außenbereich. Das 1. Obergeschoss sollte zudem als eigenständiger Wohn-, Büro- oder Gästebereich flexibel nutzbar sein. Schließlich stand die Sanierung der Fassade mit einer energetischen Optimierung an, ohne dabei ihr filigranes Erscheinungsbild einzubüßen. Zunächst wurde der Garten abgegraben und terrassiert. Dank der durchgängig verlegten Bodenplatten aus dunklem Basalt fließt die neue Außenterrasse geradezu in den offenen Wohnraum hinein. Das elegante In-Room-Bad mit raumhohen Glasabtrennungen, Corian-Waschtischen und großen Spiegelflächen lässt das Apartment großzügig erscheinen, auch wenn die erhaltene Sichtbetondecke eher niedrig ist. Das komplett entkernte 1. Obergeschoss ist durch raumhohe Satinglas-Schiebetüren flexibel unterteilbar – geöffnet lassen sich diese zwischen Wänden und Schränken unsichtbar einparken. Im originalgetreu erneuerten Schachbrett-Parkett befinden sich punktuell Bodentanks, die für den Büro- wie auch im Wohnalltag nutzbar sind. Ansonsten wurde die Auswahl der Materialien deutlich begrenzt, um auch optisch größtmögliche Freiräume bei der Nutzung zu ermöglichen.

Als eine besondere Herausforderung gestaltete sich die breite Fensterfront zur Straße. Durch die Integration von Raffstores wurden frühere Jalousienkästen überflüssig, sodass sich die Fensterflächen maximieren ließen. Die prägnanten Wartungsbalkone mit ihrer bauzeittypisch filigranen Reling konnten dabei erhalten werden, ohne dass sie jedoch länger als ausgeprägte Wärmebrü­cke wirken. Dass sie dadurch nicht mehr betretbar werden, ist zu verschmerzen: Alle feststehenden Fensterelemente wurden durch Wendeflügel ersetzt und können leicht von innen gereinigt werden. Die Bauherren, die den Umbau in Etappen im Laufe von sechs Monaten live mitverfolgen konnten, hat das Resultat indes so überzeugt, dass man sich weiter „hocharbeiten“ möchte: In diesem Jahr soll auch das 2. Obergeschoss ein behutsames und doch nachhaltiges Update bekommen.

www.beigebox.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 02|20)

Architekten:

beige.box – architektur + gestaltung
www.beigebox.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Lohmann Haustechnik
www.lohmann-haustechnik.de

Elektro:

Pfister & Huch
www.pfisterundhuch.de

Dach:

Riekenbrauk Bedachungen
www.riekenbrauk.de

Fassade, Türen und Fenster:

Werkstätten für Metallbau
Hermann und Josef Först
www.metallbau-foerst.de

Naturstein:

Dartmann & Gaiatto
www.dartmann-gaiatto.de

Stahlblechverkleidung Gartenmauer, Geländer Garten:

Eibler
www.eibler.de

Parkett:

Sven Bellut
www.bellut-parkett.de

Glaser:

Antoni Glas
www.antoni-glas.de

Möbel, Glasschiebetüren:

Manfred Erkes
www.schreinerei-erkes.de

Sonnenschutz:

Rilux
www.rilux.de

Garten- und Landschaftsbau:

Jörg Peters
www.peters-galabau.de

Fotos:

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com

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