Drei Einheiten – ein Haus

Ein Haus auf dem Land präsentiert sich spannend, modern und historisch geprägt zugleich

A-S_Kirchplatz-Beelen_2021-08-20_077_15_700pixel

Landwirtschaftliche Höfe sind häufig charakteristisch für eine Region und spiegeln deren Historie wider. Vor diesem Hintergrund rückt der Kirchplatz eines kleinen Ortes in den Mittelpunkt. Zwar wurde die Kirche dort längst abgerissen, aber der Name ist geblieben. Ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, welches die dort ansässigen Architekten Spiekermann behutsam restauriert haben, befindet sich in der Nachbarschaft. Die Aufmerksamkeit gilt jedoch einem Wohnhaus, das ebenfalls vom ortsansässigen Architekturbüro auf einen bestehenden Sockel neu errichtet wurde.

Oliver Spiekermann war es wichtig, die regionale Architektur, wie sie sich in den klassischen Höfen der Umgebung widerspiegelt, einzubinden. Daher orientierte sich der Architekt bei der Anordnung des neu entstandenen Gebäudes an deren typischen Merkmalen, wie beispielsweise verschieden hohen Ebenen, die die einzelnen Gebäudefunktionen klar unterscheiden. Drei abgrenzbare Gebäudeteile sind das modern interpretierte Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit der Historie. Der erhaltene Sockel des ansonsten abgerissenen Hauses wartet mit für die Region typischem Klinker auf, darauf recken sich, farblich durch das Material klar abgegrenzt, Aufbauten mit Spitzgiebeldächern in den Himmel – ebenfalls eine typische hiesige Bauform. Ein Blick ins Innere offenbart großzügige Grundrisse. Im Sockel befindet sich mit drei Metern Deckenhöhe die Küche und der Essbereich, die dank bodentiefer Fenster lichtdurchflutet sind. Die weiteren Wohnbereiche reichen bis zu sieben Meter hinauf in den Dachgiebel. Ideale Voraussetzungen, die dazu einluden, Podeste und Zwischendecken einzuziehen. Der Clou: Die Baustruktur ist so angeordnet, dass die einzelnen Gebäudeteile auch eigenständig funktionieren. Ein kluger Schachzug, ändern sich im Laufe der Zeit doch immer wieder die Bedürfnisse der Bewohner an die Immobilie. So ungewöhnlich wie die Architektur sind auch die verwendeten Materialien. Nicht irgendein Klinker, sondern ein besonderer Ziegel von Wienerberger, der in Belgien hergestellt wird, kam zum Einsatz. Die Objektsortierung „Cassia rot“ wird in speziellen Öfen gebrannt, die kaum mehr zu finden sind. „Die knapp einen halben Meter langen und in der Breite als Doppelformat angelegten Ziegel haben eine Sollbruchstelle, an der jeder einzelne Ziegel an der Baustelle vor dem Einbau gebrochen wird“, erläutert der Architekt. Ein jeder ist daher ein Unikat und wurde so verlegt, dass ein zufälliges und unregelmäßiges Muster entsteht. Einen Kontrast zum Rot bilden die grauen Paneele aus einem Mix aus Holz und Beton, mit denen das Obergeschoss und die Dachflächen ausgekleidet sind. Die Paneele eignen sich auch für innen und werden dort partiell, etwa im Treppenhaus, als Blickfang eingesetzt.

www.architekten-spiekermann.de

Fotos:

Frank Vinken
www.frankvinken.com

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 04|21)

Architekten:

Architekten Spiekermann
www.architekten-spiekermann.de

Schreinerei:

A. Johannsmann
www.johannsmann-schreinerei.de

Innentüren:

Jeld-Wen
www.jeld-wen.de

Beschläge:

Karcher Design-Beschläge
www.karcher-design.de

Fenstereinbau:

Metallbau Blienert
www.blienert.de

Fenster- und Türsysteme, Briefkasten:

Schüco
www.schueco.com

Sonnenschutz:

Warema
www.warema.de

Klinker:

Wienerberger (Terca in Cassia rot)
www.wienerberger.de

Nothing found.

Stilvoller Rückzug

Hotel im Rheingau verbindet Landschaft, Nachhaltigkeit und Luxus

Wirkungsvolles Farbenspiel

Die Color Apartments überzeugen mit hochwertiger Wohnatmosphäre

Moderne Metamorphose

Einstiges Pfarrhaus im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg wird zur Wohnoase für zwei Parteien

Lernort im Grünen

Eine Grundschule in Gelsenkirchen wird zum einladenden Ort für den Schulalltag

Nothing found.

Kringsgat-Eingang-Quartier_15_700pixel

Alt und Neu im Einklang

In Essen-Kettwig ist ein modernes Mikroquartier in historischem Umfeld entstanden

Aussenansicht_Eingangsfassade_b_15_700pixel

Schöne Ein- und Ausblicke

Ein Logistikcenter mit Büroräumen in Bochum zeigt sich überraschend wohnlich

print-0022_15_700pixel

Nachhaltiges Arbeitsumfeld

Das neue Work Inn im Haniel Campus in Duisburg greift den Umweltgedanken auf

TMMForum_Schluessel_09_19_700pixel

Exklusiver Bürostandort

Das TMM Forum ist ein Glanzstück auf dem Innovationsstandort Phoenix West in Dortmund

Den Lebenszyklus verlängert

Ein vernachlässigtes Hochhaus wurde zu einer ersten Adresse in Bochum

32878_Essen_Flowers-Hotel_0257-Panorama_15_700pixel

Gelungene Premiere

Das Flowers Hotel in der Essener Innenstadt ist in vielerlei Hinsicht besonders

Durchdachter Wohnpark

Moderne Architektur und Stadtplanung gehen bei diesem Bauvorhaben in Bochum Hand in Hand

MP-02-016_HiRes30cm_15_700pixel

Künstlersuiten

Land Hotel im Essener Süden widmet seinem berühmten Künstlervorfahren drei Räume