Inspiration aus den 1950ern

Ein Dachgeschoss in der Maxvorstadt behält seinen Charme nach dem Umbau

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Zu ihrem ganz privaten Wohnrefugium haben das Münchner Architektenpaar Nicol Appelmann und Ulrich Binder einen Trockenspeicher in der Maxvorstadt umgebaut. Dieser hatte ausgedient und stand schon länger leer – nach dem Umbau zeigt er sich nun als perfekte Dachgeschosswohnung, der seine Wurzeln nicht verbirgt. Imposante 4 m hoch ist der Raum im Mehrfamilieneckhaus aus den 1950er-Jahren – ein typischer Nachkriegsbau – an der höchsten Stelle. Wichtig war den beiden, dass dieser Luftraum nicht mit einem zweiten Boden oder Kriechspeicher verbaut wird, sondern gleich beim Eintreten in das Dachgeschoss über den zentralen Eingangsbereich die gesamte Höhe von dem Dach erfahrbar wird.

Weitere „Kniffe“ machen das neue Dachrefugium zu etwas ganz Besonderem: Etwa das Bücherregal, das über „Lichtfenster“ verfügt und das eigentlich fensterlose Gäste-WC mit einer schönen Aussicht und Tageslicht versorgt. In der Rohbauphase war den beiden Planern aufgefallen, dass die schöne Sicht auf die Dachterrasse mit Blick auf den Olympiaturm nach Norden und (mit viel Glück) auf die Zugspitze nach Süden durch das Gäste-WC am Eingangsbereich verschlossen werden würde. Um die Aussicht zu erhalten, wurden korrespondierend zum Bücherregal in der Stirnwand zum Freisitz Öffnungen festgelegt, die im WC als kleine quadratische verglaste Guckfenster wirksam werden. Der Freisitz ist zudem das Herzstück der Wohnung und von allen Wohnbereichen zu sehen: Etwa von der Leseecke mit zwei bequemen Ledersesseln aus, dem Wohnzimmer oder von der vom Schreinermeister Christoph Bergner maßangefertigten Küche. Diese erhielt durch schwarze Linoleumfronten eine ganz besondere Haptik und wirkt durch eine dünne Corianplatte eingefasst wie ein Möbelstück im Raum. Anleihen aus den 1950er-Jahren ergänzen das Raumkonzept: Der Boden aus Eichendielen wurde bewusst im Schachbrett-Quadratmuster, nur in viel größerer Dimension, verlegt, der Eingangsbereich mit Retrofliesen belegt und der Couchtisch ist eine Wiederauflage des in der Nachkriegszeit entworfenen ess.tee.tisch der Schweizer Manufaktur horgenglarus. In der sehr hellen und lichten Wohnung gibt es bis auf die Türen zum Schlafzimmer und Masterbad sowie das Gäste-WC ansonsten keine Türen. „Der Grundriss ist offen, aber alles ist sehr gut zoniert“, sagt Nicol Appelmann, die ihren in Studienzeiten entworfenen Pappstuhl wie eine Skulptur im Masterbad platziert und damit auch noch eine ganz persönliche Note in das Konzept eingebracht hat.

www.appelmann-arch.de

Fotos:

Johannes Müller
appelmann architekturbüro

Architekten:

appelmann architekturbüro
www.appelmann-arch.de

Dachdeckerei:

Die Dachdecker Thomas Ecker
www.eckerthomas.de

Schlosserei:

Schöfer Schlosserei
www.schlosserei-schoefer.de

Holzfenster, Wohnungstür:

Federle Holzbearbeitung
www.federle-holzbearbeitung.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Lengauer
www.lengauer.de

Elektroarbeiten:

Wegmann & Polei Elektro-Anlagen
www.wegmann-polei.de

Schreinerei, Parkett:

Schreinermeister Christoph Bergner
www.schreinerei-bergner.de

Innentüren:

modul Werk by vitaDoor
www.modul-werk.de

Fliesenarbeiten:

Baukeramik Schmid
www.baukeramik-schmid.de

Glaserei:

Glaserei Maier & Harrer
www.glaserei-harrer.de

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