Haus für Kinder

Kinderhort für das neue Quartier Baumkirchen Mitte

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Noch bevor alle Wohngebäude auf dem Campus Baumkirchen Mitte standen, war es schon da: Das Haus für Kinder von den Architekten SRW Plan. Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde das Gebäude im Frühsommer 2017 fertiggestellt. Die Baukosten betrugen circa 4,5 Millionen Euro. Es ist in gewisser Weise der Prototyp einer Kita – bunt und farbenfroh. Nicht eckig, sondern eher rund – organisch geformt, wie auch die Gebäude auf dem gesamten Areal. Dabei stellte die runde Schalenbauweise eine besondere Herausforderung dar. Das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände des Bahnbetriebswerks München 4 ist umschlossen von einer der Kurven des Wohngebäudes von Architekten Meyer und Karlhuber (siehe S. 28). Das Kinderhaus bietet auf zwei Geschossen Platz für Kinder-, zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe auf insgesamt 1.106 m². Entsprechend den umliegenden Wohngebäuden hat auch das Haus für Kinder Rundungen und mäandernde Formen, die zusammen mit dem Farbkonzept eine unverwechselbares Erscheinungsbild ergeben. Mit Fensterläden und Bändern in verschiedenen Gelb- und Grüntönen entsteht ein Wechselspiel der Formen und Farben mit der Wohnbebauung rundum. Die bunten Läden sind in Wirklichkeit verriegelbare Paneele, die dem Sonnenschutz dienen und auch nachts im geschlossenen Zustand bei offenen Fenstern für Belüftung sorgen. Für die Innenausstattung wurden natürliche Materialien und helle Farbtöne gewählt. Das Flachdach ist begrünt und zusätzlich mit Solarpaneelen bestückt. Die U-Form des Gebäudes öffnet sich nach Süden. Dort liegt die private Spielfläche für die Kinder mit Geräten wie Rutschen, Sandkästen und dergleichen. Hier befindet sich auch die Maibaumschlange der Künstler Susanne Wagner und Tim Bennett – eine weiß-blaue Schlange, die sich am Boden windet und in die Höhe steigt. ​

Das Haus für Kinder fügt sich wie ein Implantat in einen der Bögen, den die „Wohnschlange“ der Architekten Meyer und Karlhuber bildet. Zur Häuserfront hin zeigt sich das Gebäude eher geschlossen und mit unregelmäßig angeordneten Fenstern. Im Gegensatz dazu ist die südliche, zu den ehemaligen Bahnflächen hin gelegene U-förmige Seite mit langen, fast bodentiefen Fensterbändern bestückt. Aus den inzwischen zugewachsenen Flächen des Bahnausbesserungswerks schufen die Landschaftsarchitekten Mahl Gebhard Konzepte eine sogenannte ökologischen Vorrangfläche, für die das Büro mit dem Bayerischen Landschaftsarchitekturpreis 2021 ausgezeichnet wurde. Die Besonderheit des in klassischer Massivbauweise errichteten Kinderhauses liegt in der ungewöhnlichen Kubatur und der sorgfältigen kindergerechten und farbigen Gestaltung des Äußeren.

www.srwplan.de

Fotos:

Thomas Kremer
www.thomaskremer.com

(Erschienen in CUBE München 03|21)

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