Das blaue Haus

Kita-und Gesamtschule als Ergänzung des Jüdischen Campus

In Charlottenburg-Wilmersdorf entstand mit der Begegnungsstätte Pears Jüdischer Campus Berlin eine Gesamtschule für Kinder und Jugendliche, bestehend aus einer Schule sowie einer Krippe und einem Kindergarten. Auffallend ist die organisch geschwungene Form des Baukörpers. Er ist umgeben von einem begrünten Schulhof und weiteren Freiflächen für sportliche Aktivitäten.

Das Gebäude, das als Mauerwerks- und Betonkonstruktion errichtet wurde, fällt durch seine Farbigkeit sofort ins Auge, weshalb es auch den Namen „Das blaue Haus“ erhalten hat. Aufgrund der glasierten Klinkerfassade changiert die Farbe von Himmelblau bis Nachtblau-Violett. Nicht von ungefähr: Die Farbe Blau zieht sich durch die Geschichte des Judentums bis in die Gegenwart. Der Haupteingang der Schule ist vom Straßenniveau aus barrierefrei zugänglich. Die zweigeschossige Eingangshalle besitzt als besonderes Gestaltungselement eine verspiegelte Decke. Vom angrenzenden Treppenhaus aus sind alle Etagen über mindestens einen Aufzug rollstuhlgerecht erschlossen. Die zweigeschossige Mehrzweckhalle im dritten Obergeschoss kann flexibel für sportliche Aktivitäten, aber auch für kulturelle Veranstaltungen sowie religiöse Feierlichkeiten oder für Seminare und Konferenzen genutzt werden. Im fünften Obergeschoss befindet sich ein Auditorium mit aufsteigenden Rängen für Filmvorführungen oder Vorträge. Des Weiteren verfügt das Gebäude über einen Speisesaal und eine koschere Küche. Die Räume des Souterrains auf der konkaven Gebäudeseite haben Zugang zum Außenbereich. Begrünte Kaskaden mit Treppenstufen führen hier hinauf zum normalen Bodenniveau. Horizontale Bänder rhythmisieren die Fassade.

Vertikale Lichtspalten innerhalb der horizontalen Fassadenbänder der Schule sind ein Motiv, das sich bereits in der Innenraumvertäfelung der benachbarten Synagoge entdecken lässt. Formal und stilistisch finden sich in der Gestaltung des Schulbaus ebenfalls Bezüge zum benachbarten Familien- und Kulturzentrum. Die Dachdecke, die als gefälleloses Umkehrdach ausgeführt wurde, erhielt eine zweilagige Abdichtung. Die Dachfläche wird extensiv begrünt. Die Einrichtung ist für 450 Kinder und Jugendliche vorgesehen, von Kindern im Krippen- beziehungsweise Kita-Alter bis hin zur Klassenstufe 12, also im Alter von circa 1 bis 18 Jahren. Die Schulräume (Klassen-, Fachunterrichts-, Sammlungs-, Werkstatträume) werden ausschließlich von der Schule, die Gruppenräume ausschließlich von der Kita genutzt. Die straßenseitige Betonmauer schmückt ein Graffiti des Berliner Street-Art-Künstlers TOBO alias Tobias Friesike.

www.tchobanvoss.de

Fotos:

Roland Halbe
www.rolandhalbe.eu

(Erschienen in CUBE Berlin 02|24)

Architektur:

Tchoban Voss Architekten
www.tchobanvoss.de

Außenanlagen:

Nolte | Gehrke Partnerschaft von Landschaftsarchitekten
www.ng-la.de

Lichtplanung:

Lichtvision Design
www.lichtvision.com

Fassade:

Jahnsen Bau
www.wordpress.janhsen-bau.de

Keramik für Bau und Denkmalpflege
www.bau-keramik.de

Fenster und Türen:

Sommer
www.sommer-hof.com

Tischlerei:

Weisse
www.weisse-kg.de

Holzverkleidung Sporthalle:

VHB
www.vhb-memmingen.de

Design Lebensbäume:

Anna Nezhnaya
www.annanezhnaya.com

Graffiti-Kunst:

TOBO aka Tobias Friesike
www.tobo.berlin

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