Zu neuem Leben erweckt

Stipendiat:innen leben und arbeiten im historischen Landhaus an der Elbchaussee

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Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. beauftragte das Büro Cattau Architekten, das ehemalige Gästehaus der Stiftung an der Elbchaussee in ein Wohnhaus mit vier Wohneinheiten umzuwandeln. Das Bestandsgebäude wurde 1937 vom Architekten Max Zoder entworfen. Der Unternehmer Alfred Toepfer ließ es als Wohnhaus für seine Eltern erbauen. Die zweigeschossige rote Backsteinvilla mit weißen Fenstern wurde zeittypisch ganz im traditionellen Stil als Landhaus mit Walmdach gestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie zuerst der Stadt Hamburg und dann der Stiftung als Gästehaus.

Nach einem erheblichen Wasserschaden, bei dem auch die gesamte Innenausstattung verloren gegangen war, wurde das historische Landhaus vom Architekturbüro komplett entkernt und neu aufgebaut. Die bevorzugte Lage auf der „nassen“ Seite der Elbchaussee, mit großartigem Blick auf Hafen und Elbe, galt es dabei zu nutzen. So wurde der elbseitige Hang ausgehöhlt, um das Haus mit einem weiteren Hanggeschoss auf Kellerebene zu versehen. s dient der unteren Wohnung als Wohn- und Atelierebene. Technisch war dies aber eine herausfordernde Aufgabe, da der Bestandsbau für die Gründung und Erschließung hangseitig gänzlich tiefergelegt werden musste. Ziel war es, das elbseitige Erscheinungsbild der Hamburger Kaufmannsvilla nicht zu stören, sondern vielmehr mit dem neuen Hanggeschoss aufzuwerten. Von der in moderner Architektursprache ausgeführten Erweiterung profitiert das ganze Gebäude. Die Fassade, die sich zur Elbe durch Panoramafenster großzügig öffnet, bietet einen großartigen und weiten Blick über die Einfahrt zum Hamburger Hafen. Ein neues Treppenhaus erschließt die vier Appartements, von denen sich eins von der Eingangsebene bis ins Hanggeschoss erstreckt, zwei weitere sind im Obergeschoss angeordnet und das vierte liegt im Dachgeschoss. Hier werden für Wochen oder Monate ausgewählte Stipendiat:innen wohnen, um sich ganz ihren Projekten zu widmen, die den Stiftungszwecken Kunst und Kultur, Bildung und Gesellschaft, Wissenschaft und zukunftsgerechte Landnutzung entsprechen. Cattau Architekten planten auch die Inneneinrichtung. Dabei achteten sie besonders auf hochwertige Materialien und beste handwerkliche Ausführung: Einbauschränke und Parkett aus Eiche, Handläufe aus Stahl, Natursteinböden und gläserne Brüstungen. Eine zurückhaltende Farbpalette sorgt für eine ruhige Ausstrahlung und ermöglicht sowohl ein konzentriertes Schaffen als auch ein Genießen des Ausblicks.

www.cattau-architekt.de
www.toepfer-stiftung.de

Fotos:
Jakob Börner
www.jakobboerner.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|23)

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