Spannungsbogen

Sanierte Jugendstilwohnung verbindet historische und moderne Elemente zu einer neuen Raumqualität

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Als diese Jugendstilwohnung saniert werden sollte, galt es für das Architekturbüro Studio Cross Scale, den Bogen von der Historie zur Moderne zu spannen. Die Geschichte des Gebäudes sollte spürbar vermittelt werden, bauzeitliche Werte erhalten und teils neu interpretiert sowie prägende Details hervorgehoben werden. Im Grunde ging es darum, die identitätsprägenden architektonischen Qualitäten des Altbaus als besonderen Wert herauszuarbeiten und diese mit einer zeitgemäßen Wohnkultur zu verbinden.   

Typische Details des Jungendstils wie geometrische Fliesenböden, Holzbalken und florale Stuckdecken traten teils erst durch den Rückbau verschiedener Elemente und das Abtragen von Schichten in Erscheinung. Natürlich wurden Schiebe- und Flügeltüren erhalten, da sie nach wie vor raumprägende Sichtbeziehungen innerhalb der Wohnung herstellen. Mit dem Farbkonzept wiesen die Architekten:innen jedem Raum ein eigenes Thema zu und setzten sie basierend auf den Blickbeziehungen in eine harmonische Verbindung. Ergänzend unterstreicht ein raumübergreifendes Möbelelement die fließende Verbindung der Aufenthaltsräume. Als Kontrast zur markanten Wandgestaltung wurden die Deckenflächen bewusst in Rohputz belassen und lediglich dem wohnlichen Gesamtkonzept entsprechend aufgearbeitet. So bleibt eine schemenhaft noch zu erkennende Deckenmalerei sichtbar und der historische Stuckfries wird – in neutralem Weiß gefasst – hervorgehoben. Küche und Bad wurden durch bauliche Eingriffe neu aufgeteilt bzw. in ihre ursprüngliche Größe zurückgebaut. Dies war notwendig, da die beiden Räume der vorherigen gewerblichen Nutzung der Wohnung angepasst verkleinert worden waren. Während der Bauarbeiten wurden mehrere Bodenschichten abgetragen. Darunter kamen in der Küche die bauzeitlichen Keramikfliesen und im Bad die Holzbalken zum Vorschein. Beide Elemente inspirierten die Planer:innen zu einer Anpassung ihrer bisherigen Pläne für die Raumgestaltung. So ließen sie die Holzbalken im Bad und die gründerzeitliche Raumaufteilung sichtbar. Die hierdurch geschaffene angenehme Zonierung zwischen den einzelnen Sanitärobjekten ertüchtigt den Raum für eine zeitgenössische Nutzung. Rosafarbene, handgefertigte Zementfliesen unterstreichen den wohnlichen Charakter. In der Küche wurde die historische Farbigkeit der atlantikblauen Fliesenintarsien in der Möblierung aufgegriffen und mit wiederkehrenden warmen Holzelementen ergänzt.  

www.studiocrossscale.com

Fotos:

Studio Cross Scale

(Erschienen in CUBE Stuttgart 04|22)

Architekten:

Studio Cross Scale
www.studiocrossscale.com

Parkett:

Holz Waidelich
www.holzboeden.com

Fliesen:

Martin Meinhold
www.ma-fliesenlegermeister.de

Elektro:

Berner Elektrotechnik
www.berner-gmbh.com

Sanitär, Heizung, Klima:

Windmüller
www.badundheizung.de/windmueller

Maler, Gips:

Markus Humpfer
www.maler-humpfer.de

Küche:

Omas Studio
www.omas-studio.de

Sonnenschutz:

Kost Rollladenbau
www.kost-rolladenbau.de

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