Im Japandi-Style

Eine Arztpraxis in Starnberg bekommt mit einem puristischen Konzept ein besonderes Look-and-Feel

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Puristisch und gleichzeitig hell und einladend zeigt sich diese Arztpraxis im Herzen Starnbergs. Die Interior Designerin Andrea Harbeck hat hier ein ganz außergewöhnliches Interieurkonzept umgesetzt und das Beste aus zwei Welten vereint: Die Klarheit Japans mit der „Cozyness“ Skandinaviens – kurz „Japandi“. Eichenholz aus Südtirol, Stein und viele spannende Details in der Einrichtung, wie etwa die maßgefertigten Schränke und Regale sowie Designklassiker aus den 1960er-Jahren, zeichnen die lichtdurchfluteten Räume aus.

„Nach den Gesprächen mit der Ärztin Dr. Julia Radtke war schnell klar, dass ihr Diabetes- und Stoffwechselzentrum keine gewöhnliche Praxis ist. Hier werden keine akuten Notfälle behandelt, sondern sensible Themen. Die Patienten kommen immer für längere Beratungsgespräche und verbringen so sehr viel Zeit in den Räumen“, erläutert Harbeck, Inhaberin des Starnberger Studios für Interieur und Produktdesign .Peam. Ihr Faible für Japan und skandinavisches Design war deshalb genau der richtige Ansatz. Überraschend ist vor allem die enorme Helligkeit in den Räumen – und dass die vom Grundriss nicht allzu großen Praxisräume nun auch viel größer wirken. „Das liegt primär an einer sehr guten Neustrukturierung der Abläufe in der Praxis und einer perfekten Raumaufteilung, aber sicherlich auch an dem hellen, fast schon monochromen Farbkonzept“, sagt die Designerin. Das helle Grau der Bodenfliesen, mit denen auch der Empfangscounter und die Sitzbänke belegt sind, wirkt durchgängig und wie aus einem Guss. Fast scheinen sie aus dem Boden zu wachsen. Sie kombinieren sich mit dem hellen, naturbelassenen und nur geölten Eichenholz, etwa bei den Kassetten der japanischen Schiebetür, den Lamellenholzelementen sowie den maßgefertigten Schränken zu einem runden und vor allem sehr ruhigen Ganzen. Das mit einem Lichtdesigner erarbeitete Beleuchtungskonzept mit Einbaustrahlern, Lichtschienen sowie Wand- und Schreibtischleuchten im 1960er-Jahre Vintage­stil setzt die Räume genauso wie die braunen Holzjalousien nochmal extra in Szene.

Die gespachtelten grauen Wände wirken wie ein Kunstwerk und sind von der Optik so spannend, dass keine Deko oder Bilder notwendig sind. Zudem halten sie den Schall in Schach. Ein besonderes Detail sind die „bahnhofsartigen“ Kopfteile aus hellem Holz im Wartezimmer: „Sie sehen einerseits sehr interessant aus, sind aber auch der Tatsache geschuldet, dass wir das Konzept in der Coronazeit entworfen haben und so ein bisschen mehr Privatheit für die Wartenden erzeugen“, so die Interior Designerin. Puristische Wartebänke mit grauen Sitzpolstern ergänzen hier den japanischen Look, während im Gang eine echte dänische Designklassiker-Bank aus Holz und Geflecht für eine angenehme Wartezeit sorgt.

www.peam-design.de

Fotos:

Christine Bauer
www.christinebauer.com

(Erschienen in CUBE München 02|22)

Architekten:

.Peam
www.peam-design.de

Lichtdesign:

EW studio
www.ewstudio.de

Schreinerarbeiten, Innenausbau:

Tammerle Inneneinrichtung
www.tammerle.it

Fliesen:

Marazzi
www.marazzi.de

Wandleuchten:

Santa & Cole
www.santacole.com

Schreibtischleuchte:

Astep Design
www.astep.design

Bank:

J.L.Møllers Møbelfabrik
www.jlm.dk

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