Metamorphose in Etappen

Ein Siedlerhaus wird sukzessive erweitert, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren

PK546-5_15_700pixel

Wie sehr ein Haus mit sich verändernden Raumbedürnissen wachsen kann, führt ein Umbau vor, den das Architekturbüro LückerBeckmann an seinem Standort Ratingen in zwei Bauabschnitten realisiert hat. Die Eigentümer, eine vierköpfige Familie mit zwei heranwachsenden Kindern und Hund, wohnten in einer Doppelhaushälfte aus den 1950er-Jahren mit großem Grundstück, aber wenig Wohnfläche. Als sie sich das erste Mal an das Büro wandten, sollte eine großzügige Wohn-Essküche als zentraler Raum des Familienlebens in einem neuen eingeschossigen Anbau geschaffen werden.

Ausreichend Raum dafür bot die freie Fläche direkt neben dem Haus, die bis zur Garage an der Grundstücksgrenze reichte. Durch die Umlegung des alten Küchenbereichs konnte außerdem das bestehende Wohnzimmer großzügig erweitert sowie ein repräsentativer Eingangsbereich mit Gäste-WC geschaffen werden. Eine besondere Herausforderung war es dabei, zwischen unterschiedlichen Boden- und Deckenhöhen zu vermitteln, da das Haus bereits in früheren Dekaden durch rückwärtige Anbauten erweitert worden war. Durch einen erhöhten Anbau konnte zwischen den heterogenen Bauteilen schließlich vermittelt werden. Um Anbau und Garage harmonisch miteinander zu verbinden, wurde ihnen zudem eine Rahmenkonstruktion mit Vordach vorgelagert. Die homogene Gestaltung mit Faserzementplatten vereinheitlichte die Front und ließ sie entsprechend einladend und repräsentativ wirken.

Der zweite Bauabschnitt folgte ca. sechs Jahre später. Das vorhandene Bad im Zwischengeschoss war zwischenzeitlich viel zu klein geworden. Eine Aufstockung mit einem Sattelgeschoss sollte auf dem rückwärtigen Anbau realisiert und als Elternschlafzimmer mit transparenter Glasfront und Ausblick in den Garten genutzt werden. Ein größeres Badezimmer wurde durch eine neue überhöhte Dachgaube möglich, in der die großzügige, tagesbelichtete Waschtischanlage ihren Platz fand. Um die unvollständige Kubatur des Gebäudes im rückwärtigen Bereich zu vervollständigen und ein schlüssiges Fassadenbild entstehen zu lassen, wurde die gestalterisch prägende vorbewitterte Stehfalzverkleidung der Attika des Anbaus im Trauf- und Ortgangbereich des Satteldaches fortgeführt und zu einer einheitlichen Linienführung verbunden. Durch die beiden Umbauten konnte die Wohnfläche des Hauses von ursprünglich 101 m² auf 160 m² ausgedehnt werden. Trotz der Verwandlung der kleinteiligen Raumstruktur in ein großzügiges, zeitgenössisches Wohnkonzept hat das Haus seinen ursprünglichen Charakter nicht verloren – der frühere Bestand erscheint vielmehr geborgen im neu Hinzugefügten.

www.lbarchitekten.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|20)

Architekten:

lücker beckmann
www.lbarchitekten.de

Dachdecker:

Hammer & Keune Bedachungen
hundk.prunkdeko.de

Zimmermann:

Thüs Zimmermeister
www.zimmerei-thues.de

Fensteranlagen:

Schreinerei Fischbach
www.schreinerei-fischbach.com

Fotos:

Philip Kistner
www.philipkistner.com

Nothing found.

Wohnen im Komponistenviertel

Junges Wohnquartier in alter Nachbarschaft in Weissensee

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Individualität im System

Grundschule verbindet Planungs- und Fertigungseffizienz mit zeitgemäßer Gestaltung

Nothing found.

Ländliche Metamorphose

Ein alter Reitstall in Meerbusch verwandelt sich in lichtdurchfluteten Wohnraum

02_Frontansicht_15_700pixel

Sichtachsen im Dialog

Das zur Gartenseite hin seitlich abfallende Grundstück war dabei Herausforderung und Chance zugleich.

oa_01381_efh_kaarst_dynamische_deckung_dach_fassade_02_19_700pixel

Sichtbare Heimatgefühle

Gleiches Material für Dach und Außenwand gibt dem Zweifamilienhaus ein markantes Gesicht

mo-living-19_15_700pixel

Lässig und unkonventionell

Serviced Apartments in Neuss bieten stylishes Interieur und Gemeinschaftsfeeling

EP03601-0644_700px

Acht Kilometer Hainbuchengrün

Die Fassade des Kö-Bogen II gibt neue Antworten zum Erhalt des Mikroklimas europäischer Städte

Luftiges Raumwunder

Luftiges Raumwunder

Eine klassische Doppelhaushälfte im Linksrheinischen öffnet sich großzügig nach innen

Unbenanntes_Panorama12_19_700pixel

Geradewegs schön

Die Herausforderung des spitz zulaufenden Grundstücks wurde gelöst, indem die rechtsseitige Wand schräg verläuft, sodass das Grundstück optimal…

Farbspektrum

Ein Business Club in Citylage setzt farbenreich auf Exzellenz und Vielfalt