Sonniger Nordhang

Schieferfassade, Rathscheck Schiefer, Andreas Schuchardt,

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Lage, Lage, Lage – was auf dem Immobilienmarkt zählt, kommt bei den Bauherren nicht immer an. Ein ungünstig geschnittenes Grundstück, nicht dem eigenen Geschmack entsprechende Gestaltungsvorschriften können da schon ins Zweifeln bringen. Es sei denn, die Bauherren verfügen über Fantasie. Wie in Bad Vilbel, wo ein recht steiles, mit Bäumen verschattetes Grundstück und einem Bestandsgebäude mit steilem Satteldach zum Verkauf stand. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, doch die Vorzüge liegen manchmal etwas versteckter. Hier war es die Möglichkeit, neu zu bauen, und das nur 20 Minuten von der Frankfurter Innenstadt entfernt. Letztendlich war also doch die Lage ausschlaggebend, wenngleich die Topografie vor allem dem Architekturbüro einiges abverlangte.

Die Straße an der südlichen Grundstücksgrenze, der Hang nach Norden abfallend. Nicht gerade ideale Voraussetzungen. Wohl überlegt setzte Architekt Andreas Schuchardt das Haus daher so weit an die östliche Grundstückgrenze, wie es das Baurecht erlaubte, ganz oben an die Straße. Den Garten schirmen mehrere eingeschossige Baukörper ab, die wie das zweigeschossige Haupthaus mit Schiefer des Mayener Herstellers Rathscheck belegt sind. Die gerade einmal 1,5 cm dicken Platten sind mit einer unsichtbaren Aufhängung an der Unterkonstruktion aus Aluminium angebracht. Das Grau der Fassadengestaltung nehmen auch Fensterrahmen, Laibungen und die Dachgaube auf, die allesamt in Aluminium gefertigt sind. Die Anordnung der Schieferplatten im wilden Verband belebt die scheinbare Gleichförmigkeit, wodurch eine harmonische Lebendigkeit des Komplexes mit seinen verschiedenen Höhen, Vor- und Rücksprüngen entsteht. Ebenso lebendig zieht sich die Terrassenlandschaft aus dem Haus heraus, formt mit ihren in Cortenstahl gefassten Stufen und Plätzen und dem anschließenden Pool Aufenthaltsräume. Die liegen von Mittag bis Abend in der Sonne und machen den Garten zum erweiterten Wohnraum. Tatsächlich liegt dieser als offene Wohnzone im Erdgeschoss. Licht fällt durch die bodentiefen Fenster, ergänzt durch ein Oberlichtband an der ansonsten geschlossenen Ostfassade. Die Fenster der Kinder- und Gästezimmer im Obergeschoss weisen ebenfalls auf die ausgedehnte Gartenlandschaft. Das den Eltern vorbehaltene Dachgeschoss verfügt über eine Dachterrasse, die den Blick über Bad Vilbel bis in den Taunus noch imposanter erlebbar macht, als dies vom Garten aus ohnehin schon möglich ist. Letztendlich entscheidet eben doch immer die Lage.

www.rathscheck.de
www.andreas-schuchardt.de

Fotos:
Gerard Halama für Rathsckeck schiefer

(Erschienen in CUBE Frankfurt 03|20)

 

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