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Archaischer Rohbau

Auf einer Kleinstparzelle am Rebhang ist ein unkonventionelles Wohnhaus entstanden

Die kleine Parzelle am Rebhang in Dielsdorf galt als nicht bebaubar. Ein Wohnhaus mit... mehr

Die kleine Parzelle am Rebhang in Dielsdorf galt als nicht bebaubar. Ein Wohnhaus mit konventionellen Raumgrössen fand an diesem Ort keinen Platz. Denn wer möchte schon ein Haus, das nur fünf Schritte breit und 9 m lang ist?

Tatsächlich ist hier aber ein Haus mit hoher Wohnqualität für eine vierköpfige Familie entstanden. Nicht ein Übermass an Fläche macht dieses besondere Einfamilienhaus aus, sondern eine durchdachte Architektur, die aus den beengten Platzverhältnissen das räumliche Maximum herausholt. Das markante Glashaus auf der Kleinstparzelle verfügt über Geschossflächen von 37 m² im Erdgeschoss, 45 m² im Obergeschoss, 47 m² im Untergeschoss sowie einen Kellerraum von 23 m². Auf raumfressende, konventionelle Aussenwände und Verkehrsflächen wurde verzichtet, eine Glasfassade war die Lösung. Raum und Struktur des Gebäudes sind eins: Wände, Decken, Böden – selbst das Bücherregal ist Teil des Tragwerks. Unterlagsböden und Bodenbeläge gibt es nicht. Das Wohnhaus ist radikal reduziert auf den nackten Betonrohbau. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über den Carport. Die Treppe hochsteigend erreicht man ein Beton-Bücherregal, welches als Querversteifung des Tragwerks dient. Hier beginnt die Abfolge der kompakten Wohnlandschaft: Büro 4.6 m²; Leseecke und Gästebereich 4.8 m²; Essen 10.5 m²; Schlafen mit Badewanne 11.4 m²; Wohnen 15.4 m². Die Fenster sind dem Tragwerk vorgehängt. Die Podeste mit den Deckenabsätzen ragen aus der tragenden Mittelwand. „Das Haus am Rebhang übernimmt die Logik der Weinrebe: Tragende Mittelwand, Podeste und vorgehängte Fenster folgen der Struktur von Stil, Geäst und den daran hängenden Trauben“, erklärt Boris Egli vom Architekturbüro L3P.

Mit dem Weinstock als Vorgabe wurde ein ehrliches Betontragwerk entwickelt. Die zentrale vertikale Scheibe als Haupttragelement steift das Gebäude aus und verjüngt sich in der Stärke mit zunehmender Gebäudehöhe, den Beanspruchungen entsprechend. Die Versätze der Geschossdecken bilden Rippen, lassen das Gebäude in der Tiefe wachsen und bilden die Lagerung der blattartigen Decken. Das von innen nach aussen hin entwickelte Tragsystem verzichtet gänzlich auf statische Elemente in der Fassade. Die Struktur des Tragwerks wird durch vertikale, in der Gebäudehülle eingearbeitete LED-Lichtlinien angestrahlt. Die in den Fensterrahmen sitzenden Lichtlinien werfen das diffuse Grundlicht in den inneren Kern. Der an das Grundstück anschliessende Landschaftsraum mit Obstbäumen wurde in die Gestaltung miteinbezogen und nahtlos in den Garten geführt. Mächtige Kirschbäume reichen mit ihrem Astwerk bis nahe an das Haus und wirken bis in den Wohnraum. Hauszugang und Aussensitzplatz formulieren sich als präzise Einschnitte im gewachsenen Terrain.

www.l3p.ch

Architekten: L3P Architekten www.l3p.ch Bauingenieur: Bona + Fischer Bauingenieure... mehr

Architekten:

L3P Architekten
www.l3p.ch

Bauingenieur:

Bona + Fischer Bauingenieure
www.bonafischer.ch

Landschaftsarchitekt:

vetschpartner
Landschaftsarchitekten
www.vetschpartner.ch

Lichtplaner:

Lichtblick
www.lichtblick.ch

Bauphysiker:

Wichser Akustik & Bauphysik
www.wichser.ch

HLS-Planer:

Bürge Haustechnik
www.buerge-haustechnik.ch

Fotos:

Vito Stallone
www.photostudio-stallone.ch