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Zwischen Stadt und Grünzug

Neuer Wohnraum entstand zwischen Ernst-Theumer-Hof und Marchfeldkanal

Gleich zwei große Infrastrukturprojekte begrenzen den neuen Wohnbau in der Anton-Schall-Gasse in... mehr

Gleich zwei große Infrastrukturprojekte begrenzen den neuen Wohnbau in der Anton-Schall-Gasse in Floridsdorf. Im Süden ist es der Ernst-Theumer-Hof, der in den 1980er-Jahren als Stadtrandsiedlung gebaut wurde. Das andere ist der Marchfeldkanal. Dieser wurde zwischen 1984 und 1992 als Kernstück eines weitverzweigten Gewässernetzes errichtet, das den Grundwasserhaushalt für Wien und Teile Niederösterreichs erhalten und verbessern sollte. Mit diesem Wasserschutzprojekt ist zugleich eine große Grünfläche entstanden, die vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet, in dem sich auch Menschen erholen können. Beides, die vorhandene Siedlungsstruktur und die Landschaftsfläche, bezieht das Architekturbüro Trans-City in das neue Wohnprojekt ein.

Ein langer Riegel, unterkellert und mit Tiefgaragenstellplätzen versehen, nimmt die schräge Baufluchtlinie des Grundstücks auf. Augenfällig sind die schräg zueinander versetzten Balkone, die großzügigen Freiraum für jede Wohnung schaffen. Die Struktur des Gebäudes gleicht einem Sägeblatt und spiegelt damit eines der Elemente des Ernst-Theumer-Hofs, an dessen Ende der Wohnbau liegt. Zudem ergänzen die großzügigen Freiflächen, ebenso wie die Mietergärten der Erdgeschosswohnungen, den Wohnraum. Was sich an der Kubatur abzeichnet, setzt sich im Inneren fort, fließt in die Grundrisse mit ein. Alle Wohnungen sind in Bezug zur Längsachse um 45 Grad gedreht. So erhält jeder Aufenthaltsraum zwei Blickachsen nach draußen ins Grüne und kann die Sonneneinstrahlung besser aufnehmen. Die L-förmigen Wohnungsschnitte minimieren zudem die Verkehrsflächen und es bleibt mehr Raum zum Wohnen. Das gilt auch für die Wohnungen im kleineren, nicht unterkellerten Baukörper, der die verbleibende Fläche des dreieckigen Grundstücks einnimmt. 

Zwischen den beiden Baukörpern verbindet ein grüner Innenhof das Ensemble mit seiner Umgebung. Gemeinschaftsräume sind danach ausgerichtet, ebenso wie die Hauseingänge. Eine Besonderheit der Wohnanlage steckt in der Technik, die auf die Folgen des Klimawandels reagiert. So wird mittels Bauteilaktivierung die Raumtemperatur über die Masse der Bauteile reguliert. Dadurch können die Bewohner:innen sowohl im Winter heizen als auch in heißen Sommern ihre Räume kühl halten. Baumaterial der Wahl war auch daher Beton, allerdings nur für die Grobstruktur aus Ortbetondecken und Betonstützen. Die Wände hingegen bestehen aus Ziegeln, wurden aber als vorgefertigte Elemente angeliefert und aufgestellt. Das stellt eine gute Möglichkeit dar, schnell und günstig, dabei zugleich innovativ und individuell, zu bauen.

www.trans-city.at


Fotos:

Daniel Hawelka
www.danielhawelka.at
David Schreyer
www.schreyerdavid.com

(Erschienen in CUBE Wien 03|23)