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Restaurierte Moderne

Das Looshaus in der Werkbundsiedlung zeigt wieder seine ursprüngliche Gestaltung

In der Wiener Werkbundsiedlung lebt europäische Architekturgeschichte. Hier haben unter anderem... mehr

In der Wiener Werkbundsiedlung lebt europäische Architekturgeschichte. Hier haben unter anderem Josef Frank, Josef Hoffmann, Margarete Schütte-Lihotzky und Gerrit Rietveld ihre Vorstellung von modernem Wohnen verwirklicht. Wohnen sollte für jeden und jede im Eigenheim möglich sein, sei es auch noch so klein. Die Zeit hat sichtbare Spuren an den 1932 konzipierten, ursprünglich 70 Häusern der Siedlung hinterlassen. 2011 beauftragte die städtische Immobiliengesellschaft WISEG das Architekturbüro P.Good mit der Sanierung der 48 Häuser in ihrem Besitz. Als eines der letzten wurde nun das Haus Woinovichgasse 15 restauriert, ein Doppelhaus von Heinrich Kulka und Adolf Loos.

„Es war ein echter Glücksfall, dass das Haus in den 87 Jahren seines Bestands nicht gravierend überbaut wurde“, freut sich Architekt Martin Praschl. Das Haus gehört zu seinen Favoriten in der Werkbundsiedlung, wie er betont. Unter dem Teppichboden kam der ursprüngliche, grüne Linoleumboden zum Vorschein. Er wurde aufwendig abgebeizt, an einigen Stellen ausgebessert und mit Leinölemulsion eingelassen. Die ursprüngliche Wandfarbe wurde mittels mi­kroskopischer Untersuchungen gefunden. Hier zeigte sich, dass die Moderne nicht immer in nüchternes Weiß getaucht war, sondern auch polychrom daherkam. Gelb für die Wände, Rot für die vertikalen Teile des Geländers, das durch eine unauffällige Glasbrüstung ergänzt wurde, um aktuellen Anforderungen an die Absturzsicherung zu genügen. Es ging eben nicht nur darum, historisch detailgetreu zu restaurieren, sondern den Bau an moderne Wünsche und Anforderungen anzupassen. Dafür stehen gerade mal 94 m² auf drei Etagen zur Verfügung. Die hat Loos mit seinem prägnanten Raumplan, der hohe, repräsentative Räume mit niedrigeren, privateren Räumen kombiniert, effizient genutzt. Besonders die verglaste Front des Wohnraums beeindruckt. Die Fenster wurden thermisch optimiert. Gedämmt wurden lediglich Keller und Dach, mehr ließen außen der Denkmalschutz und innen die konstruktiven Gegebenheiten nicht zu. Eine neue Gasbrennwerttherme sorgt aber in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmetauscher für ausreichend Wohnkomfort. Den neuen Mietern gibt Azita Praschl-Goodarzi einen Rat mit auf den Weg: „Rekonstruierte Häuser werden niemals einem Neubau entsprechen, dafür haben sie ihren ganz eigenen Charakter.“

www.pgood.at


Fotos:

Bruno Klomfar
www.klomfar.com

(Erschienen in CUBE Wien 03|19)

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