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Musikalische Begegnungen

Die Wiener Sängerknaben zwischen Tradition und Zukunft

Auch wer die Wiener Sängerknaben noch nie live in einem ihrer über 300 Konzerte, die sie im Jahr... mehr
Auch wer die Wiener Sängerknaben noch nie live in einem ihrer über 300 Konzerte, die sie im Jahr absolvieren, gesehen und gehört hat, so spitzt doch ein jeder die Ohren und öffnet weit die Augen, sobald der berühmte Name fällt. Auffallend und charakteristisch ist zum einen ihr Matrosenanzug, der seit 1924 als offizielle Uniform gilt. Zum anderen das Wissen, dass sie sich zu den bewährtesten und bekanntesten Chören der Welt zählen dürfen. Im Gründungsjahr 1498 gehörten gerade einmal eine Handvoll Knaben dem Chor an, heute gibt es rund hundert aktive Wiener Sängerknaben, die Musik auf höchstem Niveau betreiben.

Seit Dezember 2012 öffnen sich die Wiener Sängerknaben mit dem Konzertsaal erstmalig mit einem eigenen Musik- und Theaterzentrum dem heimischen und internationalen Publikum. Das Wiener Büro archipel architektur + kommunikation hat unweit des Palais Augarten einen modernen Neubau in nachbarschaftlicher, historischer Bausubstanz geplant. Städtebaulich orientiert sich der markante Bau mit seinen Proportionen und Linien stark am Maßstab des angrenzenden Pförtnerhauses aus der Barockzeit und am Augartenspitz, die von der erhaltenen und sanierten Augartenmauer begleitet werden.

Das äußere Erscheinungsbild des Konzertsaals wird durch eine blaugraue Titanzinkfassade des Herstellers Rheinzink bestimmt, deren Textur die prägnanten Faltungen und Teilflächen hervorhebt und das Herzstück im Inneren des Baus, den Konzertsaal abbildet. Was von außen kühl und befremdlich wirken mag, kann im Inneren schon einmal das Gegenteil auslösen. Unter Einbeziehung der Fläche des Pförtnerhauses gewinnt das Foyer um den Konzertsaal an Tiefe und Großzügigkeit. Unterschiedliche Niveaus in diesem Bereich schaffen Lufträume und Sichtbeziehungen, die es dem Besucher erlauben, die gefaltete Fassade auch im Gebäude zu erfahren. Im Konzertsaal selbst wird dann das Seh- und Hörerlebnis intensiviert. Versetzt angeordnete Holzpaneele an den Wänden und rot gepolsterte Sitze sorgen neben der erwünschten Akustik auch für eine angenehme Atmosphäre. Architekt Johannes Kraus beschreibt es so: „Uns ging es darum, das sinnliche Erlebnis für alle Betei­ligten zu intensivieren, bis zu dem phänomenalen Augenblick, in dem ‚Raum hörbar’ und ‚Klang sichtbar’ wird“. Von den rund 400 Sitzplätzen in versetzter Anordnung ist die Bühne vollständig zu sehen und verleiht so Zugehörigkeit und Nähe zu den Wiener Sängerknaben. Nicht ganz unwichtig – das große Ziel der Wiener Sängerknaben ist und bleibt, Kindern das Singen und Musizieren nahe zu bringen und ihnen das aktive Mitwirken zu eröffnen.

www.archipel.at
www.rheinzink.de
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Architekten

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Fotos

Rheinzink
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Rupert Steiner Photograph
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